Vier Uhr morgens!

Manchmal frage ich mich wirklich, woher Kinder diese Energie nehmen. Vor allem nachts. Oder genauer gesagt: um vier Uhr morgens. 🌙😅

Vier Uhr morgens! von Katrin Topsch, liebevoll illustriert von Kathrin Fehrl, hat bei uns sofort für viele lachende „Oh ja, genau so ist das!“-Momente gesorgt.

Denn mal ehrlich: Die meisten Eltern kennen doch genau dieses Szenario. Das Kind ist hellwach, voller Tatendrang und absolut überzeugt davon, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt ist, um den Tag zu beginnen. Während Mama und Papa… nun ja… da eventuell anderer Meinung sind.

Genau darum geht es in diesem wunderbar witzigen Bilderbuch.

Der kleine Zwerg im Buch wacht um vier Uhr morgens auf und stellt schnell fest: Das ist doch eigentlich die perfekte Zeit zum Aufstehen! Blöd nur, dass die Eltern einfach weiterschlafen. Aber halb so wild – schließlich gibt es genug zu entdecken.

Und genau hier beginnt dieses herrlich charmante kleine Abenteuer durch die Wohnung.

Es wird dem Kater vorgelesen, gemalt, ausprobiert, gespielt, gegossen, gesungen und natürlich auch ein großer Schokokeks gegessen. Die Ideen, wie die Zeit verbracht werden kann, sind unglaublich niedlich und herrlich aus Kindersicht gedacht. Beim Vorlesen mussten wir mehrfach schmunzeln, weil man sich viele Situationen einfach so gut vorstellen kann.

Und ganz ehrlich? Während des Lesens hatte ich immer wieder diesen Gedanken: Eigentlich gar nicht schlecht, dass meine Kinder mich damals grundsätzlich mitgenommen haben, wenn sie morgens zu früh wach waren. Das hat vermutlich den ein oder anderen größeren „Überraschungsmoment“ in der Wohnung verhindert. Denn auch wenn der kleine Zwerg seine Sache wirklich toll macht – ich glaube, die Eltern werden nach dem Aufwachen trotzdem sehen, dass jemand sehr beschäftigt war. 😄

Was mir besonders gefallen hat: Das Buch schafft einen wunderbaren Spagat zwischen Humor und Wärme. Hinter all den kleinen nächtlichen Abenteuern steckt nämlich auch etwas sehr Schönes. Das Bedürfnis nach Selbstständigkeit. Dieses „Ich kann das allein“. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass Geborgenheit am Ende doch das Wichtigste bleibt.

Denn irgendwann wird es kalt. Und ein bisschen einsam. Und genau dann gibt es eigentlich nur einen richtigen Ort: zurück ins Bett. Am besten zwischen Mama und Papa.

Die Geschichte greift damit ganz spielerisch Themen wie Autonomie, Selbstwirksamkeit und Nähe auf – ohne jemals belehrend zu wirken. Alles bleibt leicht, humorvoll und absolut kindgerecht erzählt.

Dazu kommen die zauberhaften Illustrationen von Kathrin Fehrl, die die Stimmung perfekt einfangen. Warm, lebendig und voller kleiner Details, die das Buch noch charmanter machen.

Für uns war Vier Uhr morgens! ein richtig unterhaltsames Bilderbuch mit hohem Wiedererkennungswert. Eine Geschichte, bei der Kinder lachen, Eltern schmunzeln und sich vermutlich viele Familien ein kleines bisschen selbst erkennen werden.

Ein herrlich ehrliches Buch über müde Eltern, wache Kinder und diese ganz besonderen Momente mitten in der Nacht. 💛🌙