Es gibt Bücher, bei denen man sich einfach darauf freut, endlich seine Meinung zu teilen.
Und dann gibt es Bücher, bei denen man bewusst wartet.
Genau so ging es mir mit „Ein Fall für die Forscher-Kids – Rettet die Wale!“. Nach dem ganzen Thimmy-Drama wollte ich diese Rezension nicht einfach zwischen all den Diskussionen veröffentlichen. Das Buch hätte das nicht verdient. Denn manchmal gehen wirklich schöne Kinderbücher in solchen Momenten völlig unter – und genau das wäre hier schade gewesen.
Denn dieses Buch hat uns als Familie richtig gut gefallen.
Mit drei Kindern im Alter von vier, sieben und neun Jahren wird bei uns viel gelesen. Während unsere Jüngste noch am liebsten zuhört und die Illustrationen entdeckt, verschlingen die beiden Großen inzwischen immer mehr Bücher selbst. Gerade Geschichten, die Abenteuer und Wissen miteinander verbinden, kommen bei uns besonders gut an.
Und genau das schaffen die Forscher-Kids.
Schon bevor die eigentliche Geschichte beginnt, lernt man die wichtigsten Figuren kennen. Das fand ich gerade für jüngere Leser richtig gelungen. Man weiß sofort, wer wer ist und welche besonderen Fähigkeiten die einzelnen Kinder mitbringen. So fällt der Einstieg leicht und man ist direkt mitten im Abenteuer.
Dieses Mal begleiten wir Connor, den Meeresexperten, und Roshni, die sich bestens mit dem Weltall auskennt. Gemeinsam erhalten sie den Auftrag, einer Gruppe Wale zu helfen, die ihren gewohnten Kurs verlassen hat. Was zunächst nach einer einfachen Rettungsmission klingt, entwickelt sich schnell zu einem spannenden Abenteuer voller unerwarteter Herausforderungen.
Denn plötzlich wird ein Walbaby vermisst.
Das U-Boot macht Probleme.
Und die Zeit drängt.
Gerade diese Mischung aus Spannung und kleinen Rätseln hat meinen beiden Großen richtig gut gefallen. Es passiert ständig etwas Neues und dadurch bleibt die Geschichte die ganze Zeit in Bewegung.
Besonders schön finde ich aber, dass die Abenteuer nie nur Unterhaltung sind.
Ganz nebenbei lernen Kinder unglaublich viel.
Und zwar ohne das Gefühl zu haben, gerade ein Sachbuch zu lesen.
Während Connor und Roshni ihre Mission meistern, erfahren die jungen Leser ganz selbstverständlich Wissenswertes über Wale, die verschiedenen Meereszonen und darüber, warum unsere Ozeane so schützenswert sind.
Ich mag solche Bücher sehr.
Kinder nehmen Wissen oft viel leichter auf, wenn sie emotional an einer Geschichte hängen. Statt trockener Fakten erleben sie Abenteuer mit Figuren, die ihnen sympathisch sind. Genau dadurch bleibt vieles viel besser im Kopf.
Richtig gelungen fand ich auch den zusätzlichen Wissensteil am Ende des Buches.
Dort gibt es noch einmal spannende Informationen rund um Wale und ihre Lebensräume, ein Glossar erklärt schwierige Begriffe und mit einem kleinen Quiz können die Kinder direkt testen, was sie sich gemerkt haben.
Mein Siebenjähriger liebt genau solche Extras.
Kaum war die Geschichte beendet, wollte er sofort das Quiz lösen und schauen, ob er alles richtig beantworten kann. Das zeigt für mich immer, dass ein Buch Interesse geweckt hat und die Geschichte noch nachwirkt.
Auch optisch ist das Buch sehr gelungen.
Die große Schrift, die kurzen Kapitel und die vielen Illustrationen machen den Einstieg ins Selbstlesen angenehm leicht. Gleichzeitig eignet sich die Geschichte aber genauso gut zum Vorlesen oder gemeinsamen Lesen.
Gerade wenn Kinder den Übergang vom Vorlesen zum Selberlesen schaffen, finde ich solche Bücher ideal. Die Kapitel sind überschaubar und durch die Bilder wird das Lesen zusätzlich aufgelockert.
Besonders gefallen hat mir außerdem, dass aktuelle Themen wie Umwelt- und Tierschutz ganz selbstverständlich eingebunden werden.
Es wird nicht mit erhobenem Zeigefinger erklärt, was richtig oder falsch ist. Stattdessen erleben die Kinder direkt mit, warum Wale Schutz brauchen und weshalb unsere Meere so wichtig sind.
Genau so sollte Wissensvermittlung für Kinder sein.
Spannend.
Lebendig.
Und mit einer Geschichte verbunden, die Lust macht, weiterzulesen.
Wir sind jedenfalls neugierig geworden, welche Missionen die Forscher-Kids als Nächstes erleben werden. Das Konzept der Reihe gefällt uns richtig gut und bietet so viele Möglichkeiten, spannende Themen aus Natur, Wissenschaft und Umwelt kindgerecht zu erzählen.
„Ein Fall für die Forscher-Kids – Rettet die Wale!“ ist ein gelungener Reihenauftakt, der Abenteuer, Spannung und kindgerecht vermitteltes Wissen wunderbar miteinander verbindet. Die sympathischen Figuren, die abwechslungsreiche Geschichte und die vielen zusätzlichen Informationen machen das Buch sowohl für kleine Entdecker als auch für wissbegierige Erstleser zu einem echten Lesespaß.
Meine beiden Großen waren begeistert und auch unsere Jüngste hat beim Vorlesen aufmerksam zugehört und die vielen Illustrationen bestaunt. Für uns ist das genau die Art Kinderbuch, die neugierig macht, Fragen aufwirft und ganz nebenbei Wissen vermittelt, ohne jemals langweilig zu werden.
Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf die nächsten Missionen der Forscher-Kids.



