„Tilli und die Zahnfee“ von Lucy Astner

 Eine erste Zahnlücke ist für Kinder ja irgendwie etwas ganz Besonderes. Da wird gewackelt, immer wieder mit der Zunge gefühlt und natürlich gespannt darauf gewartet, wann der Zahn endlich herausfällt. Und dann gibt es da noch die Sache mit der Zahnfee. Was aber passiert, wenn man nicht einfach darauf warten möchte, dass sie nachts heimlich vorbeikommt, sondern sie unbedingt einmal kennenlernen will?

Genau darum geht es in „Tilli und die Zahnfee“ von Lucy Astner mit Illustrationen von Alexandra Helm. Das Buch gehört zur Reihe „Einfach Lesen Lernen“ und richtet sich an Kinder, die gerade mit dem selbstständigen Lesen beginnen. Und ich finde, dafür wurde hier ein Thema ausgesucht, das einfach richtig schön zum Alter passt.

Tilli wartet nämlich sehnsüchtig auf ihre erste Zahnlücke. Andere Kinder aus ihrer Klasse haben schon eine und natürlich möchte sie endlich dazugehören. Vor allem aber möchte sie eines: die Zahnfee sehen!

Nur hat Tilli wenig Lust darauf, dass die nachts unbemerkt in ihr Zimmer flattert und genauso heimlich wieder verschwindet. Also nimmt sie die Sache selbst in die Hand und baut eine ziemlich raffinierte Falle – natürlich mit ordentlich Glitzer und vor allem ziemlich klebrig.

Der Plan funktioniert. Vielleicht sogar ein bisschen zu gut.

Denn tatsächlich landet Zahnfee Milli in Tillis Falle. Für Milli ist das besonders ungünstig, denn sie ist ausgerechnet an ihrem ersten Arbeitstag unterwegs und kann mit ihren zerknitterten Flügeln natürlich schlecht zur nächsten Zahnlücke weiterfliegen. Damit beginnt eine wunderbar verrückte Geschichte rund um zwei Mädchen, die sich so vermutlich niemals kennengelernt hätten.

Ich fand allein die Grundidee richtig süß. Kinder kennen die Zahnfee meistens als geheimnisvolle Figur, die irgendwann nachts auftaucht, etwas für den ausgefallenen Zahn dalässt und längst wieder verschwunden ist, bevor morgens die Augen aufgehen. Hier wird dieses Prinzip einfach einmal umgedreht: Was wäre, wenn die Zahnfee eben nicht rechtzeitig verschwinden könnte?

Besonders schön finde ich, dass „Tilli und die Zahnfee“ von Anfang an auf Kinder zugeschnitten ist, die gerade selbst ins Lesen hineinfinden. Denn beim Lesenlernen kann ein Buch inhaltlich noch so schön sein – wenn eine Seite mit kleinen Buchstaben und riesigen Textblöcken wartet, ist die Motivation bei vielen Kindern ziemlich schnell dahin.

Hier sieht das anders aus. Große Fibelschrift, überschaubare Textmengen und viele farbenfrohe Illustrationen von Alexandra Helm sorgen dafür, dass die Seiten nicht überfordern. Kinder können Stück für Stück lesen und haben zwischendurch immer wieder Bilder, die die Geschichte begleiten. Gerade in der ersten Lesestufe finde ich diese Mischung wichtig. Ein selbst gelesenes Kapitel oder sogar ein ganzes Buch ist schließlich ein richtig schönes Erfolgserlebnis.

Dazu kommt eine Besonderheit, die bei diesem Buch sofort auffällt: Es handelt sich um ein Wendebuch. Man bekommt also zwei kurze Geschichten beziehungsweise zwei Perspektiven in einem Band und kann das Buch entsprechend drehen. Dadurch lernen die Kinder nicht nur Tilli kennen, sondern können die Geschichte auch aus Millis Sicht erleben.

Das finde ich für ein Erstlesebuch richtig spannend. Gerade weil die Texte noch kurz und überschaubar sein sollen, bringt der Perspektivwechsel Abwechslung hinein und macht neugierig darauf, wie die andere Seite die Ereignisse erlebt hat.

Auch optisch macht das Buch einiges her. Das glitzernde Cover passt natürlich perfekt zur Zahnfee und dürfte im Bücherregal kaum zu übersehen sein. Zusammen mit den bunten Illustrationen von Alexandra Helm bekommt die Geschichte genau diesen fröhlichen, magischen Look, den ich mir bei einem Buch über eine Zahnfee wünsche.

Inhaltlich steckt aber ebenfalls mehr darin als eine lustige Feenfalle. Tilli muss schließlich feststellen, dass ihre vermeintlich geniale Idee Konsequenzen hat. Milli braucht Hilfe und gemeinsam müssen die beiden überlegen, wie sie das Problem mit den Knitterflügeln wieder lösen können. Freundschaft, Kreativität und füreinander da sein fließen dadurch ganz selbstverständlich in die Geschichte ein, ohne dass daraus eine große Lektion gemacht wird.

Was mir an dem Konzept besonders gefällt, ist die Verbindung aus einem für Kinder spannenden Alltagsthema und einer kleinen Portion Magie. Zahnlücken kennen sie aus ihrem eigenen Leben oder spätestens aus der Klasse. Die Zahnfee macht daraus etwas Fantasievolles und die Feenfalle bringt noch eine ordentliche Portion Humor hinein.

Und gerade für Leseanfänger finde ich solche Geschichten ideal. Wer gerade mühsam Buchstaben zusammensetzt und Wörter erliest, braucht meiner Meinung nach keine komplizierte Handlung. Es muss einen Grund geben, die nächste Seite umzublättern. Hier möchte man natürlich wissen, ob Milli ihre Flügel wieder in Ordnung bekommt und was aus Tillis ziemlich chaotischem Plan wird.

„Tilli und die Zahnfee“ von Lucy Astner und Alexandra Helm ist für mich deshalb ein richtig schöner Buchtipp für Erstleser und Grundschulkinder, die gerade anfangen, selbst Bücher zu entdecken. Besonders Kinder mit Wackelzähnen und Zahnlücken dürften sich in Tillis Aufregung schnell wiederfinden.

Durch die große Schrift, die kurzen Texteinheiten und die vielen Bilder eignet sich das Buch gut für die ersten eigenen Leseversuche. Das Wendebuch-Konzept bringt zusätzlich Abwechslung hinein und das Glitzercover sorgt schon vor dem Aufschlagen für ein bisschen Zahnfee-Magie.

Und vielleicht schaut nach der Geschichte das ein oder andere Kind beim nächsten ausgefallenen Zahn doch noch einmal besonders genau durchs Zimmer. Nicht, dass da irgendwo eine Zahnfee mit zerknitterten Flügeln in einer selbst gebauten Falle hängt.


Weleda Youth Power Tagespflege – Pflege trifft Slow Aging 🌿

In Sachen Hautpflege mag ich es unkompliziert. Ich brauche keine zehn verschiedenen Schritte im Badezimmer, sondern Produkte, die sich angenehm anfühlen, gut in meine tägliche Routine passen und meiner Haut das geben, was sie gerade braucht. Umso gespannter war ich auf die Youth Power Tagespflege von Weleda.

Die Tagescreme gehört zur Youth-Power-Pflegeserie und setzt unter anderem auf Granatapfel, Peptide und Astaxanthin aus Mikroalgen. Weleda beschreibt sie als „Protect & Lift“-Pflege und verbindet damit intensive Pflege und Zellschutz mit einem Slow-Aging-Ansatz.

Was mir direkt gefällt, ist die angenehm reichhaltige Pflege, ohne dass ich anschließend das Gefühl habe, eine schwere Schicht auf der Haut zu tragen. Gerade morgens ist mir das wichtig: Creme auftragen, kurz einziehen lassen und danach ganz normal mit meinem Alltag oder Make-up weitermachen.

Auch das Thema Slow Aging finde ich sympathisch. Schließlich geht es für mich gar nicht darum, jede kleine Linie verschwinden zu lassen. Haut darf schließlich zeigen, dass wir leben, lachen und älter werden. Trotzdem möchte ich sie gut pflegen und dabei unterstützen, möglichst lange frisch und gepflegt auszusehen.

Die Youth Power Tagespflege ist deshalb für mich eine schöne Ergänzung meiner täglichen Beauty-Routine – gerade jetzt, wenn die Tage wieder kühler werden und meine Haut etwas mehr Pflege vertragen kann.

Und mal ehrlich: Ein paar Minuten morgens nur für mich, bevor der ganz normale Familienwahnsinn beginnt, sind manchmal mindestens genauso wertvoll wie die Creme selbst. 😄

Wie sieht es bei euch aus: Beschäftigt ihr euch schon mit Slow Aging oder ist Anti-Aging-Pflege für euch bisher überhaupt kein Thema? 🌿✨


Winterliche Wohlfühlmomente mit Kneipp ❄️🛁

Wenn es draußen langsam kälter und früher dunkel wird, beginnt für mich wieder die Zeit, in der ich es mir zu Hause besonders gemütlich mache. Eine warme Dusche oder ein ausgiebiges Bad, danach in bequeme Sachen schlüpfen und einfach mal abschalten – genau solche kleinen Auszeiten kann ich im Herbst und Winter richtig genießen.

Passend dazu sind bei mir drei winterliche Produkte von Kneipp eingezogen, die schon von der Verpackung her sofort Lust auf gemütliche Tage machen.


💜 Winter Liebling – Bio Pflaume & Bio Babassu


Die Kombination aus Pflaume und Babassu klingt für mich schon richtig schön winterlich. Die Badekristalle sind perfekt für die Abende, an denen die Badewanne zum persönlichen Rückzugsort wird. Warmes Wasser, ein bisschen Ruhe und für eine Weile einfach nichts müssen – manchmal braucht es gar nicht mehr.


💚 Süße Winterzeit – Pistazie & Tonka


Pistazie und Tonka? Damit hatte mich Kneipp eigentlich schon. 😄 Die Kombination klingt herrlich süß und gemütlich, ohne direkt nach den klassischen Weihnachtsdüften zu klingen. Auch hierbei handelt es sich um Badekristalle – und ich finde, gerade solche kleinen Sachets sind toll, um unterschiedliche Düfte auszuprobieren.


🧡 Chai & Chill – Tonka & Kardamom


Allein der Name ist doch schon ein komplettes Winterprogramm: Chai & Chill. Das Schaumbad kombiniert Tonka und Kardamom und geht damit noch stärker in diese warme, würzige Richtung, die ich mit gemütlichen Herbst- und Winterabenden verbinde. Dazu eine Tasse Tee, eine Decke für danach und vielleicht noch ein gutes Buch – fertig ist mein kleines Zuhause-Spa.


Besonders schön finde ich, dass die drei Varianten trotz ihres gemeinsamen Winterthemas ganz unterschiedlich sind. Mal fruchtig, mal süß und mal würzig. So kann man einfach nach Stimmung entscheiden, was gerade in die Badewanne darf.


Und seien wir ehrlich: Wenn der Alltag voll ist, müssen es nicht immer die großen Wellness-Auszeiten sein. Manchmal reichen schon warmes Wasser, ein schöner Duft und eine halbe Stunde, in der die Badezimmertür geschlossen bleibt. 😉


Welcher Duft wäre euer Favorit: Pflaume & Babassu, Pistazie & Tonka oder Tonka & Kardamom? 🛁✨

„Die Schule der magischen Tiere 6: Nass und nasser!“ von Margit Auer

 Es gibt Kinderbuchreihen, bei denen man eigentlich gar nicht mehr groß erklären muss, warum sie bei Kindern funktionieren – und „Die Schule der magischen Tiere“ gehört für mich definitiv dazu. Schule, Freundschaften, ganz normale Sorgen und dann natürlich diese wunderbare Vorstellung, ein eigenes magisches Tier an seiner Seite zu haben, das sprechen kann und zu einem echten Freund wird. Ich glaube, allein bei dem Gedanken wären meine Kids sofort dabei.

Mit „Die Schule der magischen Tiere 6: Nass und nasser!“ von Margit Auer geht es zurück in die Wintersteinschule. Diesmal wird es allerdings ziemlich nass, denn für Miss Cornfields Klasse steht Schwimmbad auf dem Programm. Die neu illustrierte Ausgabe wurde von Die Farbfüchse gestaltet und bringt neben den vielen neuen Bildern auch einige Extras mit.

Eigentlich könnte so ein Schwimmbadtag richtig schön sein. Planschen, schwimmen und gemeinsam Spaß haben – doch für Hatice sieht die Sache ganz anders aus. Sie hat Angst vor dem Wasser und ausgerechnet das Seepferdchen scheint für sie damit in ziemlich weiter Ferne zu liegen.

Ich finde gerade dieses Thema richtig schön gewählt, weil es so nah am tatsächlichen Kinderalltag ist. Während manche Kinder ohne nachzudenken ins Wasser springen, kostet es andere schon unglaublich viel Überwindung, überhaupt den Kopf unter Wasser zu nehmen. Und dann zu sehen, wie andere scheinbar problemlos schwimmen, während man selbst Angst hat, macht die Sache wahrscheinlich nicht unbedingt leichter.

Natürlich wäre die Wintersteinschule aber nicht die Wintersteinschule, wenn Hatice mit ihrer Angst einfach alleine bleiben müsste. Schließlich gibt es dort magische Tiere – und darunter vielleicht auch jemanden, der mit Wasser ein kleines bisschen besser zurechtkommt.

Genau das mag ich an dem Grundprinzip der Reihe so gerne. Die magischen Tiere sind natürlich das große Highlight für die Kids und bringen Fantasie, Humor und Abenteuer in die Geschichten. Gleichzeitig stehen dahinter aber häufig Probleme, die Kinder aus ihrem eigenen Leben kennen können. Angst vor dem Schwimmen ist dafür ein richtig gutes Beispiel.

Dabei geht es in diesem sechsten Band nicht ausschließlich um Hatice. Auch Henry hat diesmal ganz schön zu kämpfen. Seine Eltern möchten ihn auf ein Internat schicken – eine Vorstellung, die ihm überhaupt nicht gefällt. Schließlich läuft er von zu Hause weg und landet im Wald, wo aus seiner spontanen Entscheidung ziemlich schnell eine ernste Situation wird.

Damit bekommt „Nass und nasser!“ gleich zwei sehr unterschiedliche Handlungsstränge. Auf der einen Seite steht Hatice mit einer Angst, die sie überwinden möchte. Auf der anderen Seite haben wir Henry, der sich von seinen Sorgen so überfordert fühlt, dass er einfach nur weg möchte. Beide Situationen sind völlig verschieden und haben trotzdem etwas gemeinsam: Kinder stehen vor einem Problem, das sich für sie in diesem Moment riesengroß anfühlt.

Das gefällt mir an der Reihe generell. Probleme werden nicht deshalb klein, nur weil sie aus Erwachsenensicht vielleicht lösbar erscheinen. Für ein Kind kann die Angst vor dem Wasser genauso überwältigend sein wie die Vorstellung, die vertraute Schule verlassen zu müssen. Und genau diese Gefühle dürfen hier erst einmal da sein.

Natürlich bleibt „Die Schule der magischen Tiere“ dabei ein Kinderbuch voller Fantasie und Abenteuer. Die Geschichten sollen Spaß machen und unterhalten. Freundschaft, Mut und Zusammenhalt fließen eher nebenbei mit hinein, statt dass daraus eine große Lektion gemacht wird. Für mich funktioniert das bei Kinderbüchern sowieso am besten.

Was diese Ausgabe zusätzlich interessant macht, ist die komplette neue Gestaltung durch Die Farbfüchse. Die vielen neuen Illustrationen begleiten die Geschichte und gerade für die Altersgruppe finde ich Bilder in einem Kinderbuch immer noch richtig schön. Nur weil Kinder selbstständig lesen können, müssen Bücher schließlich nicht plötzlich nur noch aus schwarzen Buchstaben bestehen.

Dazu kommen Steckbriefe zu den Kindern und ihren magischen Tieren sowie ein persönliches Nachwort von Margit Auer. Solche Extras mag ich bei bekannten Reihen besonders gern. Wer die Wintersteinschule und ihre Bewohner sowieso schon kennt, kann dadurch noch ein bisschen länger in dieser Welt bleiben.

Auch die kurzen Kapitel passen für mich gut zu einem Kinderbuch ab etwa acht Jahren. Gerade wenn die ersten umfangreicheren Bücher gelesen werden, macht es einen Unterschied, ob sich ein Kapitel scheinbar endlos zieht oder zwischendurch immer wieder kleine Etappenziele warten. Zusammen mit den Illustrationen wirkt das Buch dadurch zugänglich, ohne dass die Geschichte deshalb zu einfach sein muss.

Und natürlich bleibt da noch der größte Reiz der ganzen Reihe: die magischen Tiere selbst. Welches Kind hätte nicht gerne einen tierischen Freund, der sprechen kann, Geheimnisse bewahrt und genau dann da ist, wenn man ihn braucht? Gleichzeitig sind sie eben nicht nur lustige Begleiter. Sie helfen den Kindern dabei, ihren eigenen Weg zu finden und Dinge zu schaffen, die ihnen zunächst vielleicht unmöglich erscheinen.

„Die Schule der magischen Tiere 6: Nass und nasser!“ von Margit Auer ist für mich deshalb ein schöner Buchtipp für Kinder ab etwa acht Jahren, die Schulgeschichten, Tiere, Freundschaft und ein bisschen Magie mögen. Gerade das Thema Wasserangst dürfte außerdem einigen Kindern sehr bekannt vorkommen – vielleicht sogar genau jetzt, wenn das Seepferdchen oder der Schwimmunterricht ansteht.

Die neu illustrierte Ausgabe mit den Bildern von Die Farbfüchse macht den sechsten Band aber auch für Kinder interessant, die die Wintersteinschule bereits kennen. Neue Illustrationen, Figurensteckbriefe und das zusätzliche Nachwort geben der Geschichte noch einmal einen frischen Rahmen.

Bei uns funktionieren magische Tiere sowieso ziemlich zuverlässig. Denn mal ganz ehrlich: Eine Schule, in der man neben Mathe, Deutsch und dem ganz normalen Alltagschaos irgendwann einen sprechenden tierischen besten Freund bekommen könnte, wäre vermutlich eine Schule, zu der so manches Kind morgens ein kleines bisschen lieber gehen würde.


„K-Pop Academy 1: Tanz der Dämonen“ von Mina Finch

K-Pop, eine ziemlich harte Talentschule, jede Menge Konkurrenz und dann auch noch Dämonen? Ich glaube, viel passender hätte ein Kinderbuch bei uns gerade kaum einziehen können. Meine Kids lieben K-Pop und den Film haben wir inzwischen so oft gesehen, dass wir ihn gefühlt fast auswendig können. Dementsprechend war natürlich sofort Interesse da, als „K-Pop Academy 1: Tanz der Dämonen“ von Mina Finch bei uns eingezogen ist. K-Pop trifft hier auf eine geheimnisvolle Academy und ziemlich düstere Dämonen – das klang direkt nach einer Mischung, die bei uns funktionieren könnte.

Im Mittelpunkt steht Hana, für die ein riesiger Traum wahr wird: Sie bekommt einen der begehrten Plätze an einer K-Pop Academy in Seoul und kommt damit ihrem Wunsch, irgendwann selbst als Idol auf der Bühne zu stehen, plötzlich ein gewaltiges Stück näher.

Doch schnell wird klar, dass hinter all dem Glitzer, den coolen Outfits und den großen Bühnenträumen ziemlich viel Arbeit steckt. Das Training ist hart, der Konkurrenzdruck groß und ständig muss Hana zeigen, was in ihr steckt. Singen, Tanzen, Choreografien lernen und dabei möglichst perfekt abliefern – das kann ganz schön an die Substanz gehen.

Und genau hier wird die Geschichte richtig interessant. Denn Hana kämpft nicht nur mit dem normalen Druck an der Academy. In der Schule stimmt etwas ganz gewaltig nicht. Dunkle Wesen treiben dort ihr Unwesen und ausgerechnet die Ängste und Selbstzweifel der Schülerinnen und Schüler spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Ich fand die Idee richtig cool, weil dadurch zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinandertreffen. Auf der einen Seite haben wir diesen bunten K-Pop-Kosmos mit Musik, Tanz, Training und dem Traum von der großen Bühne. Auf der anderen Seite wird es plötzlich düster und geheimnisvoll. Zusammen mit ihren neuen Freundinnen Nari und Tae muss Hana deshalb irgendwann nicht mehr nur beim Training bestehen, sondern sich einer ganz anderen Herausforderung stellen.

Und ich muss wirklich sagen: Gerade diese Mischung kam bei uns richtig gut an. K-Pop funktioniert hier nicht einfach nur als hübsche Kulisse, sondern zieht sich durch die ganze Geschichte. Gleichzeitig bringen die Dämonen Spannung und ein bisschen Gänsehaut hinein. Dadurch ist „K-Pop Academy 1: Tanz der Dämonen“ eben nicht nur eine Geschichte über Musik, Tanz und Freundschaft, sondern bekommt noch einmal einen ganz anderen Dreh.

Was mir außerdem besonders gut gefallen hat, ist Hana selbst. Sie ist keine Heldin, die an der Academy ankommt und sofort alles perfekt beherrscht. Sie zweifelt an sich und hat Angst davor, nicht gut genug zu sein. Und ich glaube, dass gerade Kinder dieses Gefühl ziemlich gut nachvollziehen können.

Man muss schließlich nicht auf einer K-Pop-Bühne stehen, um sich mit anderen zu vergleichen. In der Schule, beim Sport oder bei anderen Hobbys passiert das schnell. Jemand kann etwas scheinbar besser, ist schneller oder wirkt viel selbstbewusster – und schon fragt man sich, ob man selbst überhaupt mithalten kann. Dass ausgerechnet diese Unsicherheiten innerhalb der Geschichte eine so große Bedeutung bekommen, fand ich schön gemacht. Die Botschaft ist da, ohne dass das Buch Kindern ständig erklären möchte, was sie daraus lernen sollen.

Gleichzeitig bekommt Hana mit Nari und Tae Freundinnen an ihre Seite und genau dieser Zusammenhalt wird im Laufe der Geschichte wichtig. Zwischen Training und den unheimlicheren Ereignissen gibt es deshalb auch leichtere Momente rund um Freundschaft, gemeinsames Essen oder Outfits. Das lockert die Geschichte schön auf und bringt dieses typische Academy-Gefühl hinein.

Bei uns wurde natürlich besonders alles rund um K-Pop genau unter die Lupe genommen. Und ich finde es tatsächlich schön, dass das Thema hier nicht nur bei einem Kind funktioniert. Auch die Jungs sind voll dabei. K-Pop ist eben längst nicht nur etwas für Mädchen – und genauso würde ich auch dieses Buch nicht ausschließlich in die Schublade „Mädchenbuch“ stecken. Wer Musik, Action, Mystery und ein bisschen Grusel mag, kann mit der Geschichte genauso viel Spaß haben.

Sehr gut zur Zielgruppe passt für mich auch das Erzähltempo. Die Kapitel sind kurz, es gibt viele Szenenwechsel und die Handlung kommt schnell voran. Es dauert nicht ewig, bis etwas passiert. Gerade bei Kindern, die normalerweise nicht freiwillig ein dickes Buch verschlingen, finde ich das immer hilfreich. Ein kurzes Kapitel wirkt einfach machbarer – und wenn am Ende schon die nächste spannende Situation wartet, wird aus „nur noch ein Kapitel“ schnell ein bisschen mehr.

Natürlich bedeutet das hohe Tempo gleichzeitig, dass nicht jede Figur und jeder Hintergrund bis ins kleinste Detail ausgearbeitet werden kann. An manchen Stellen hätte man durchaus noch etwas länger verweilen können. Für mich passt die schnelle Erzählweise aber zu diesem Buch. Die Geschichte soll Spaß machen, Spannung erzeugen und sich leicht weglesen lassen – und genau das funktioniert.

Ein richtig cooles Extra wartet dann noch im Buch: Über einen QR-Code kann man den eigenen Titelsong der K-Pop Academy anhören. Und ganz ehrlich – bei einem Buch rund um K-Pop ist das natürlich eine richtig passende Idee. Musik und Tanz werden dadurch nicht nur beschrieben, sondern man bekommt tatsächlich etwas auf die Ohren. Gerade für Kids, die K-Pop sowieso feiern, macht das die ganze Academy-Idee noch ein bisschen greifbarer.

Was mir an dem Reihenauftakt insgesamt gefällt: Mina Finch verlässt sich nicht nur auf K-Pop, Glitzer und Dämonen. Hinter der ganzen Action stecken auch Freundschaft, Leistungsdruck, Selbstzweifel, Mut und Zusammenhalt. Gerade Hanas Angst, vielleicht nicht gut genug zu sein, gibt der Geschichte noch etwas mit, das viele Kinder aus ihrem eigenen Alltag kennen dürften.

Für mich ist „K-Pop Academy 1: Tanz der Dämonen“ deshalb ein richtig schöner Buchtipp für Kids ab etwa zehn Jahren, die K-Pop lieben und gerne Geschichten lesen, in denen ordentlich etwas passiert. Aber auch Fans von Mystery, Schulgeschichten, Freundschaft und Fantasy könnten hier genau richtig sein. Die kurzen Kapitel und das hohe Tempo machen das Buch außerdem interessant für Kinder, denen sehr lange Kapitel und ausführliche Beschreibungen schnell die Lust am Lesen nehmen.

Bei uns hat die Kombination aus K-Pop-Feeling, Academy-Alltag und dämonischer Gefahr jedenfalls ziemlich genau einen Nerv getroffen. Vielleicht hatte das Buch durch unser derzeitiges K-Pop-Fieber einen kleinen Heimvorteil – aber den darf es gerne haben.

Und nach diesem Auftakt bin ich definitiv neugierig, was Hana, Nari und Tae im nächsten Band noch erwartet.


„So fühlen die Tiere“ – wenn Gefühle plötzlich Federn, Fell und Flossen bekommen

Florian Fuchs & Laura Fuchs

So fühlen die Tiere

Können Tiere eigentlich traurig sein? Freuen sie sich genauso wie wir? Können sie lieben, Angst haben, wütend werden oder jemandem vertrauen?

Gerade Kinder stellen solche Fragen irgendwann ganz automatisch. Bei uns ganz besonders unser Siebenjähriger, denn Tiere sind momentan eines seiner absoluten Lieblingsthemen. Für ihn steht auch ziemlich sicher fest: Wenn er einmal groß ist, wird er Tierpfleger. Da gibt es eigentlich überhaupt nichts mehr zu diskutieren. 😄 Entsprechend groß war seine Begeisterung, als „So fühlen die Tiere“ bei uns eingezogen ist.

Denn dieses Buch beschäftigt sich nicht nur damit, was Tiere tun, wo sie leben oder was sie fressen. Es geht um etwas, das wir ihnen auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so leicht ansehen können: ihre Gefühle.

Und genau das fand ich schon beim ersten Durchblättern unglaublich spannend.

Gefühle sind nicht nur Menschensache

Freude, Trauer, Angst, Liebe, Ekel, Vertrauen oder Wut – für uns Menschen gehören all diese Emotionen ganz selbstverständlich zum Leben. Wir können darüber sprechen, sagen, wenn uns etwas Angst macht, jemanden trösten oder erzählen, warum wir gerade vor Freude platzen könnten.

Tiere können uns natürlich nicht einfach mit Worten erklären, wie es ihnen geht. Trotzdem bedeutet das nicht, dass in ihnen nichts passiert.

Das Buch nimmt Kinder mit in die Gefühlswelt ganz unterschiedlicher Tierarten und zeigt anhand vieler Beispiele, wie Tiere Emotionen ausdrücken und wie Forscher ihr Verhalten beobachten und einordnen.

Dabei haben nicht nur meine Kinder einiges gelernt.

Ich nämlich auch.

Besonders faszinierend fand ich, wie unterschiedlich Gefühle im Tierreich sichtbar werden können. Denn natürlich stampft ein wütender Elefant nicht mit den Füßen auf und ruft: „Ich bin sauer!“ Ein Tier zeigt über seine Haltung, seine Bewegungen, Laute, Mimik oder sein Verhalten, was gerade in ihm vorgeht.

Und plötzlich schaut man viel genauer hin.

Trauernde Elefanten, verliebte Schwäne und glückliche Krokodile

Genau diese konkreten Beispiele machen das Buch für mich so interessant.

Wir erfahren unter anderem, wie Elefanten mit dem Verlust eines Artgenossen umgehen und wie lange Trauer sie begleiten kann. Wir entdecken Tiere, die nach ihrer Partnerwahl sehr lange oder sogar ein Leben lang zusammenbleiben, und lernen etwas darüber, warum Schimpansen lächeln, welche Rolle Vertrauen bei Erdmännchen spielt oder was bei einem Krokodil so etwas wie Freude auslösen kann.

Und da saßen wir tatsächlich mehr als einmal gemeinsam vor einer Seite und dachten: Das wusste ich nicht.

Besonders schön finde ich, dass nicht einfach nur behauptet wird: Dieses Tier ist jetzt traurig oder jenes Tier freut sich. Das Buch erklärt anhand von Beobachtungen und Beispielen, woran Menschen solche Emotionen bei Tieren erkennen und woher unser Wissen darüber stammt.

Dadurch bekommen Kinder nicht nur einzelne Tierfakten serviert, sondern lernen ganz nebenbei, genauer hinzuschauen und Verhalten zu hinterfragen.

Für welches Alter eignet sich das Buch?

Der Verlag empfiehlt das Buch bereits ab drei Jahren. Die wunderschönen Tierbilder kann ich mir für dieses Alter definitiv vorstellen, bei den eigentlichen Inhalten würde ich persönlich die Altersempfehlung allerdings etwas höher ansetzen.

Wir haben gemerkt, dass die Zusammenhänge hinter den verschiedenen Emotionen für ein jüngeres Kind teilweise noch ziemlich abstrakt sein können. Natürlich kann man einzelne Seiten herausgreifen, gemeinsam Tiere entdecken und sehr vereinfacht über Freude, Angst oder Traurigkeit sprechen. Um wirklich zu verstehen, wie tierisches Verhalten gedeutet wird und was die Beispiele erzählen, braucht es meiner Meinung nach aber etwas mehr Alter.

Ganz anders war es bei den älteren Kindern.

Unser Siebenjähriger war durch seine große Tierbegeisterung sowieso sofort dabei, und auch mit unserem Neunjährigen und unserer vierjährigen haben wir das Buch angeschaut. In diesem Alter entstand noch einmal ein ganz anderes Gespräch. Es ging nicht mehr nur darum, dass ein Tier etwas empfindet, sondern auch darum, wie wir das überhaupt erkennen können.

Und genau hier zeigt das Buch für mich seine besondere Stärke.

Ein Tierbuch, das gleichzeitig Empathie vermittelt

Je länger wir darin gelesen haben, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass „So fühlen die Tiere“ eigentlich zwei Dinge gleichzeitig macht.

Natürlich vermittelt es unglaublich viel Wissen über Tiere. Gleichzeitig bringt es Kinder aber auch dazu, sich in andere Lebewesen hineinzuversetzen.

Wenn ein Tier Angst empfinden kann, macht es einen Unterschied, wie wir ihm begegnen. Wenn Tiere Vertrauen aufbauen, Bindungen eingehen oder Verlust erleben können, verändert das unseren Blick auf sie.

Das Buch sagt Kindern dabei nicht ständig, was sie denken oder wie sie handeln sollen. Stattdessen liefert es Wissen, aus dem sich ganz von selbst Gespräche ergeben.

Was bedeutet Vertrauen eigentlich für uns? Woran merkt man, dass jemand Angst hat, obwohl er es nicht sagt? Kann Trauer bei jedem anders aussehen? Und wie erkennen wir Gefühle überhaupt?

Damit wird aus einem Sachbuch über Tiere fast nebenbei auch ein Buch über Empathie und einen respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen.

Und dann sind da diese Bilder …

Optisch ist das Buch ebenfalls etwas ganz Besonderes.

Schon das großformatige Cover mit den verschiedenen Tiergesichtern zieht den Blick sofort auf sich. Im Inneren geht es genauso eindrucksvoll weiter. Die handgemalten Gouache-Illustrationen von Laura und Florian Fuchs sind unglaublich ausdrucksstark und teilweise so detailreich, dass wir länger bei den Bildern hängen geblieben sind, als wir eigentlich lesen wollten.

Gerade weil es in diesem Buch um Emotionen geht, funktionieren die Illustrationen für mich besonders gut. Man schaut automatisch auf Augen, Haltung und Gesichtsausdruck und versucht selbst zu erkennen: Was könnte dieses Tier gerade empfinden?

Das macht das Buch auch zu einem schönen gemeinsamen Entdeckerbuch. Man muss es überhaupt nicht von vorne bis hinten durchlesen. Wir haben immer wieder geblättert, sind an einem Tier hängen geblieben, haben gelesen und anschließend darüber gesprochen.

„So fühlen die Tiere“ von Florian Fuchs und Laura Fuchs ist für uns viel mehr als ein klassisches Tiersachbuch.

Es verbindet Wissen über die Tierwelt mit einem Thema, das jedes Kind aus seinem eigenen Alltag kennt: Gefühle.

Besonders für unseren Siebenjährigen und seine große Tierbegeisterung war das natürlich ein Volltreffer. Aber auch ich fand viele der Beispiele überraschend und habe beim gemeinsamen Lesen einiges dazugelernt.

Die Kombination aus recherchiertem Wissen, konkreten Beobachtungen aus der Tierwelt und diesen wunderschönen, ausdrucksstarken Illustrationen macht das Buch zu einem Titel, den man nicht einmal liest und anschließend ins Regal stellt. Es ist eines dieser Bücher, die man immer wieder hervorholen kann, um noch einmal eine Seite anzuschauen, über ein Tier zu staunen oder einer neuen Frage nachzugehen.

Die Altersempfehlung ab drei Jahren würde ich für die Bilder und ein erstes gemeinsames Entdecken mitgehen. Seine ganze Stärke entfaltet das Buch für mich aber bei etwas älteren Kindern, die bereits verstehen können, dass Gefühle nicht immer mit Worten ausgedrückt werden und Verhalten viele verschiedene Bedeutungen haben kann.

Für kleine Tierfans, neugierige Grundschulkinder und Familien, die Sachbücher mögen, aus denen beim Lesen ganz automatisch Gespräche entstehen, ist „So fühlen die Tiere“ eine richtig schöne Empfehlung.

Und wer weiß: Vielleicht sitzt hier tatsächlich ein zukünftiger Tierpfleger mit seinem neuen Lieblingssachbuch auf dem Sofa. 🐯🐘🦉❤️