Schau mal, das ist meine Familie – Ein Bilderbuch, das Vielfalt ganz selbstverständlich zeigt

Kinder stellen Fragen.

Viele Fragen.


Manche davon sind schnell beantwortet. Andere bringen uns Erwachsene manchmal kurz ins Grübeln, weil wir merken, wie groß die Welt eigentlich ist und wie viele unterschiedliche Lebensrealitäten es gibt.


Gerade das Thema Familie gehört dazu.


Denn spätestens im Kindergarten stellen Kinder fest, dass nicht jede Familie gleich aussieht. Der eine hat mehrere Geschwister, die andere lebt bei Mama und Papa, manche Kinder haben zwei Mamas oder zwei Papas, andere wohnen abwechselnd bei ihren Eltern, wurden adoptiert oder wachsen in einer Pflegefamilie auf.


Und genau dann kommen die Fragen.


Warum ist das bei ihm anders?


Wer gehört eigentlich alles zu einer Familie?


Und was macht Familie überhaupt aus?


Schau mal, das ist meine Familie von Pauline Oud greift genau diese Fragen auf – auf eine wunderbar unkomplizierte, kindgerechte und vor allem selbstverständliche Weise.


Familie hat viele Gesichter


Was mir an diesem Buch sofort gefallen hat: Es versucht gar nicht, eine einzige Form von Familie als „normal“ darzustellen.


Stattdessen begegnen wir verschiedenen Kindern und ihren Familien.


Da ist Hanna, die mit Mama, Papa und ihrem kleinen Bruder zusammenlebt.


Rafi und sein Bruder wurden adoptiert.


Lukas hat zwei Mamas.


Marie lebt abwechselnd bei ihrer Mama und ihrem Papa.


Und jede dieser Familien wird mit derselben Wertschätzung gezeigt.


Ohne große Erklärungen.


Ohne Bewertungen.


Ohne erhobenen Zeigefinger.


Einfach als das, was sie sind: Familien.


Genau so, wie Kinder die Welt sehen


Kinder begegnen Vielfalt oft viel unvoreingenommener als Erwachsene.


Für sie ist zunächst einmal wichtig, ob jemand mit ihnen spielt, freundlich ist oder die gleichen Interessen hat.


Dieses Buch schafft es wunderbar, genau diese kindliche Offenheit aufzugreifen.


Die verschiedenen Familienformen werden nicht problematisiert oder besonders hervorgehoben. Sie sind einfach Teil der Geschichte.


Und genau dadurch entsteht etwas sehr Wertvolles.


Kinder lernen, dass Familien unterschiedlich aussehen können und trotzdem eines gemeinsam haben: Menschen, die füreinander da sind.


Gesprächsanlässe ohne Druck


Besonders schön finde ich, dass das Buch viele Möglichkeiten bietet, miteinander ins Gespräch zu kommen.


Beim gemeinsamen Anschauen ergeben sich ganz automatisch Fragen:


Wie sieht unsere Familie aus?


Wer gehört für uns zur Familie?


Kennst du jemanden, der auch zwei Mamas hat?


Wie fühlt es sich an, wenn man zwischen zwei Zuhause wechselt?


Die kurzen Alltagsszenen schaffen dabei einen guten Zugang, ohne Kinder zu überfordern.


Gerade für Kindergartenkinder ist das eine wunderbare Möglichkeit, Unterschiede und Gemeinsamkeiten kennenzulernen und gleichzeitig die eigene Lebenssituation einzuordnen.


Liebevolle Illustrationen und kindgerechte Sprache


Die Illustrationen sind freundlich, bunt und lebensnah gestaltet.


Die Figuren wirken sympathisch und authentisch, sodass Kinder schnell einen Bezug zu ihnen aufbauen können.


Auch die Texte sind angenehm kurz gehalten und orientieren sich an der Lebenswelt der jungen Zielgruppe.


Dadurch eignet sich das Buch hervorragend zum gemeinsamen Anschauen, Vorlesen und Entdecken.


Vielfalt als Selbstverständlichkeit


Was mir persönlich am besten gefällt, ist die Haltung, die hinter diesem Buch steckt.


Es möchte niemanden belehren.


Es möchte keine Diskussionen führen.


Es zeigt einfach die Realität vieler Kinder.


Und genau das macht es so stark.


Diversität wird hier nicht erklärt, sondern gelebt.


Nicht als besonderes Thema, sondern als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft.


So wünsche ich mir Kinderbücher.


Schau mal, das ist meine Familie ist ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch, das Kindern zeigt, wie vielfältig Familien sein können.


Es beantwortet Fragen, schafft Verständnis und lädt dazu ein, über die eigene Familie und die Familien anderer Kinder ins Gespräch zu kommen.


Warmherzig, alltagsnah und ganz ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt Pauline Oud eine wichtige Botschaft:


Familien sehen unterschiedlich aus.


Und genau das ist völlig normal.


Ein wunderbares Buch für Kinder ab etwa 3 Jahren, das Vielfalt sichtbar macht und zeigt, dass Familie vor allem dort ist, wo Menschen füreinander da sind.

Potter Guides: Luna Lovegood – Eine Liebeserklärung an das Anderssein

Es gibt Figuren in der Welt von Harry Potter, die man bewundert. Figuren, die einen faszinieren. Und dann gibt es Luna Lovegood.

Luna ist anders.

Und genau deshalb lieben so viele Menschen sie.

Als große Harry-Potter-Fans war natürlich sofort klar, dass auch der neue Band der Potter Guides bei uns einziehen würde. Nach Dumbledore waren wir schon sehr gespannt, welcher Figur als Nächstes ein eigener Band gewidmet wird. Als wir gesehen haben, dass es um Luna Lovegood geht, war die Vorfreude sofort riesig.

Und trotzdem dachte ich ehrlich gesagt: Es ist „nur“ ein weiterer Hogwarts Guide.

Wie falsch ich damit lag.

Mehr als ein Figurenlexikon

Schon beim ersten Durchblättern wurde klar, dass dieses Buch weit mehr sein möchte als eine Sammlung von Fakten.

Natürlich erfährt man jede Menge über Luna. Wie sie Harry kennengelernt hat, warum sie ihre berühmte Gespensterbrille trägt, was es mit den Lenkpflaumen-Ohrringen auf sich hat oder warum sie so fest an schrumpfhörnige Schnarchkackler glaubt.

All diese kleinen Details machen unglaublich viel Spaß und sorgen dafür, dass man Luna noch einmal ganz neu entdecken kann.

Doch das Besondere an diesem Buch liegt woanders.

Es erklärt Luna nicht.

Es lässt einen verstehen, warum sie so besonders ist.

Luna fühlt sich nicht falsch an

Während viele Figuren versuchen, dazuzugehören, hat Luna nie den Eindruck vermittelt, dass sie sich verbiegen möchte.

Sie ist verträumt.

Eigenwillig.

Manchmal seltsam.

Manchmal unbequem ehrlich.

Und genau dadurch bleibt sie sich selbst immer treu.

Beim Lesen hatte ich immer wieder dieses warme Gefühl, das Luna schon in den Büchern und Filmen ausgelöst hat.

Als würde sie sich neben einen setzen, einen freundlich anschauen und sagen:

„Es ist völlig in Ordnung, anders zu sein.“

Vielleicht ist genau das der Grund, warum sie so viele Menschen berührt.

Denn wer hat sich nicht irgendwann einmal fehl am Platz gefühlt?

Wer hatte nicht schon einmal das Gefühl, nicht ganz dazuzugehören?

Luna erinnert uns daran, dass Anderssein nichts ist, das versteckt werden muss.

Im Gegenteil.

Wunderschön gestaltet

Wie schon die anderen Potter Guides ist auch dieser Band ein echter Hingucker.

Jede Seite ist farbenfroh gestaltet und voller kleiner Details, die Fans sofort entdecken werden.

Die Illustrationen von Helen Brady fangen Lunas besondere Art wunderbar ein. Mal verspielt, mal verträumt, mal voller Magie – genau so, wie man Luna kennt.

Besonders gefallen hat mir, dass das Buch nicht nur Szenen aus der Harry-Potter-Welt zeigt, sondern auch viele kleine Elemente rund um ihren Schmuck, ihre Überzeugungen, ihre Lieblingswesen und natürlich den Klitterer.

Dadurch wirkt das Buch unglaublich lebendig.

Fast so, als würde man durch Lunas persönliches Erinnerungsalbum blättern.

Eine Figur, die Mut macht

Je älter ich werde, desto mehr schätze ich Figuren wie Luna.

Als Kind fand ich sie liebenswert und lustig.

Heute bewundere ich ihren Mut.

Denn sie hat etwas geschafft, das vielen Menschen schwerfällt: Sie bleibt sich selbst treu, auch wenn andere sie dafür belächeln.

Sie versucht nicht, jemand anderes zu sein.

Sie verstellt sich nicht.

Und genau das macht sie zu einer der stärksten Figuren der gesamten Harry-Potter-Reihe.

Dieses Buch fängt genau diese Botschaft wunderbar ein.

Potter Guides: Luna Lovegood ist für uns weit mehr als ein Begleitbuch zur Harry-Potter-Reihe.

Es ist eine kleine Hommage an eine Figur, die zeigt, wie wertvoll Individualität sein kann.

Fans erwartet eine liebevoll gestaltete Sammlung aus Fakten, Zitaten, Illustrationen und magischen Details. Gleichzeitig steckt zwischen den Seiten eine Botschaft, die weit über Hogwarts hinausgeht:

Du musst nicht sein wie alle anderen.

Du darfst anders denken.

Anders träumen.

Anders sein.

Und genau deshalb ist dieses Buch für mich ein echtes Herzensbuch geworden.

Nicht nur für Harry-Potter-Fans.

Sondern für alle, die manchmal das Gefühl haben, nicht ganz in die Welt zu passen – und irgendwann feststellen, dass genau darin ihre Stärke liegt.


Das geheime Leben der Tiere – Ein Seehund findet nach Hause

Es gibt Kinderbücher, die unterhalten. Und es gibt Kinderbücher, die noch lange nach dem Zuklappen nachhallen.

Die Bücher aus der Reihe Das geheime Leben der Tiere gehören für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.

Mit Ein Seehund findet nach Hause entführt uns Antonia Michaelis ein weiteres Mal in die faszinierende Welt der Ozeane. Eine Welt voller Wunder, Schönheit und Abenteuer – aber auch voller Gefahren und Herausforderungen. Genau diese Mischung macht die Reihe für mich so besonders.

Denn hier wird nicht nur eine spannende Geschichte erzählt. Ganz nebenbei entsteht ein Verständnis für die Natur und die Lebewesen, die unsere Erde mit uns teilen.

Eine geheimnisvolle Reise durch den Ozean

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Seehund Minik.

Als er eine geheimnisvolle silberne Kiste aus dem Meer fischt, ahnt er noch nicht, welche Reise vor ihm liegt. Schnell wird klar, dass die Kiste einem Menschenkind gehört. Für Minik steht fest: Er möchte sie zurückbringen.

Unterstützung bekommt er dabei von seinem Freund Sieben, einem klugen und liebenswerten Oktopus, der ihn auf seinem Abenteuer begleitet.

Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg durch die Weiten des Ozeans.

Und was für eine Reise das ist.

Zwischen gewaltigen Blauwalen, geheimnisvollen Tiefseebewohnern und faszinierenden Meereslandschaften erleben die beiden Abenteuer, die nicht nur spannend, sondern oft auch überraschend emotional sind.

Abenteuer, Wissen und Herz

Was ich an dieser Reihe so liebe, ist die besondere Art, Wissen zu vermitteln.

Kinder merken beim Lesen kaum, wie viel sie eigentlich lernen.

Ganz selbstverständlich tauchen sie in die Lebenswelt der Tiere ein, erfahren etwas über ihre Verhaltensweisen, ihre Lebensräume und die Herausforderungen, denen sie täglich begegnen.

Die kurzen Wissensseiten lockern die Geschichte auf und liefern spannende Hintergrundinformationen, ohne den Lesefluss zu unterbrechen.

Dadurch entsteht eine wunderbare Mischung aus Sachbuch und Abenteuerroman.

Genau das macht diese Bücher für mich so besonders.

Wenn Geschichten zum Nachdenken anregen

Neben all den spannenden Erlebnissen spricht das Buch auch wichtige Themen an.

Umweltverschmutzung, bedrohte Lebensräume und die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Natur werden altersgerecht in die Geschichte eingebunden.

Dabei wird nie mit erhobenem Zeigefinger erzählt.

Statt Schuldgefühle zu erzeugen, zeigt die Geschichte Möglichkeiten auf. Sie macht deutlich, dass jede noch so kleine Handlung einen Unterschied machen kann.

Gerade das finde ich unglaublich wertvoll.

Kinder erleben nicht nur die Probleme, sondern auch Hoffnung, Zusammenhalt und die Möglichkeit, selbst etwas zu bewirken.

Figuren, die man ins Herz schließt

Minik und Sieben waren für mich wieder zwei Figuren, die man sofort ins Herz schließt.

Ihre Freundschaft wirkt ehrlich, warmherzig und authentisch. Gemeinsam meistern sie Herausforderungen, unterstützen sich gegenseitig und wachsen an ihren Aufgaben.

Besonders die humorvollen Momente zwischen den beiden lockern die Geschichte immer wieder auf und sorgen dafür, dass trotz ernster Themen die Leichtigkeit nicht verloren geht.

Wunderschöne Illustrationen

Begleitet wird die Geschichte von den stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Illustrationen von Verena Körting.

Sie fangen die besondere Atmosphäre des Ozeans wunderbar ein und ergänzen die Geschichte auf eine ganz eigene Weise.

Immer wieder habe ich beim Lesen innegehalten, um die Bilder genauer anzuschauen.

Sie verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und machen die faszinierende Unterwasserwelt noch greifbarer.

Das geheime Leben der Tiere – Ein Seehund findet nach Hause ist eine berührende, spannende und gleichzeitig lehrreiche Geschichte, die Kinder für die Wunder der Natur begeistert.

Antonia Michaelis gelingt erneut der Spagat zwischen Abenteuer, Wissen und emotionaler Tiefe. Die Geschichte macht Spaß, regt zum Nachdenken an und vermittelt ganz nebenbei, wie wichtig der Schutz unserer Meere und ihrer Bewohner ist.

Für uns ist auch dieser Band wieder eine absolute Empfehlung für Kinder ab etwa 8 Jahren – und für alle, die Tiere lieben, gern in fremde Welten eintauchen und Geschichten mögen, die Herz und Wissen miteinander verbinden.

Ein wunderschönes Ozean-Abenteuer voller Freundschaft, Mut und der Erkenntnis, dass selbst kleine Schritte Großes bewirken können.