Disney Villains – Dark Ascension: Fatal Wish | Die Geschichte hinter Jafars Aufstieg

Disney-Bösewichte haben mich schon immer fasziniert.

Nicht, weil sie böse sind, sondern weil hinter vielen von ihnen oft viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermutet. Gerade die Geschichten, die erzählen, wie aus einem Menschen ein gefürchteter Gegenspieler wurde, finde ich unglaublich spannend. Deshalb mag ich die Dark-Ascension-Reihe so gerne. Sie zeigt die Figuren aus einer völlig neuen Perspektive und lässt einen manches plötzlich mit anderen Augen sehen.

Mit „Fatal Wish“ dreht sich diesmal alles um einen der bekanntesten Disney-Schurken überhaupt: Jafar.

Doch dieses Buch erzählt nicht einfach seine Geschichte.

Es beginnt lange bevor er der gefürchtete Großwesir von Agrabah wurde und zeigt ihn als jungen Mann, der gemeinsam mit seinem Bruder Rohan versucht, seinen Platz in einer Welt zu finden, die es alles andere als gut mit ihnen meint.

Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, wie schwer das Leben der beiden Brüder ist. Nach dem Verlust ihrer Mutter wachsen sie unter einem tyrannischen Vater auf, der ihnen kaum Liebe oder Halt gibt. Während Rohan eher sanft, mitfühlend und zurückhaltend ist, brennt in Jafar schon früh der Wunsch, seinem Leben zu entkommen und endlich Bedeutung zu erlangen.

Dabei geht es ihm zunächst gar nicht nur um Macht.

Er möchte seinen Bruder beschützen, Sicherheit schaffen und nie wieder das Gefühl haben, hilflos zu sein.

Gerade dieser Aspekt hat mir unglaublich gut gefallen.

Denn plötzlich wirkt Jafar nicht mehr wie der eindimensionale Bösewicht aus dem Film. Stattdessen begegnen wir einem jungen Mann, dessen Entscheidungen nachvollziehbar erscheinen – auch wenn sie ihn Schritt für Schritt auf einen gefährlichen Weg führen.

Als ein verheerendes Feuer das ohnehin schon zerbrochene Leben der Brüder endgültig verändert, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als einen Neuanfang zu wagen.

Ihre Reise führt sie nach Maghriz und in das geheimnisvolle Haus der Weisheit.

Doch statt Hoffnung erwarten sie dort Machtspiele, Intrigen und politische Machenschaften, die immer größere Kreise ziehen.

Besonders spannend fand ich, wie geschickt die Geschichte zeigt, dass Gut und Böse oft viel näher beieinanderliegen, als man zunächst glaubt.

Immer wieder musste ich mich fragen, wie ich selbst an Jafars Stelle gehandelt hätte.

Wie weit würde man gehen, um den Menschen zu schützen, den man liebt?

Wann wird Ehrgeiz gefährlich?

Und ab welchem Punkt verliert man sich selbst?

Genau diese moralischen Fragen machen das Buch für mich so viel mehr als eine klassische Fantasygeschichte.

Auch die Beziehung zwischen Jafar und Rohan steht immer wieder im Mittelpunkt.

Die beiden Brüder könnten unterschiedlicher kaum sein und trotzdem verbindet sie eine tiefe Loyalität. Gerade diese Dynamik sorgt für viele emotionale Momente und macht die Geschichte besonders greifbar.

Man fiebert mit ihnen mit, hofft auf gute Entscheidungen und spürt gleichzeitig, wie unausweichlich manche Entwicklungen scheinen.

Die Welt rund um Agrabah und Maghriz wird dabei unglaublich atmosphärisch beschrieben.

Magie, Alchemie, politische Intrigen und alte Geheimnisse verschmelzen zu einer faszinierenden Kulisse, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, mitten durch die Straßen dieser Welt zu laufen und die Spannung hautnah mitzuerleben.

Auch sprachlich konnte mich das Buch überzeugen.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig, schafft es aber gleichzeitig, den Figuren viel Tiefe zu verleihen. Gerade die ruhigeren Passagen zwischen den actionreichen Szenen sorgen dafür, dass die Charaktere Raum bekommen, sich zu entwickeln.

Dadurch entsteht eine Geschichte, die nicht nur spannend, sondern auch emotional ist.

Was mir an der gesamten Dark-Ascension-Reihe so gut gefällt, ist die Idee, bekannte Disney-Figuren nicht einfach als Bösewichte stehen zu lassen. Stattdessen bekommen sie eine Vergangenheit, Motive und Entscheidungen, die nachvollziehbar wirken, ohne ihr späteres Handeln zu entschuldigen.

Gerade Jafar gehört für mich zu den Figuren, bei denen dieses Konzept besonders gut funktioniert.

Man versteht ihn am Ende besser – und genau das macht diese Geschichte so interessant.

Mein Fazit:

„Disney Villains – Dark Ascension: Fatal Wish“ ist eine atmosphärische, spannende und überraschend emotionale Vorgeschichte, die einem einen der bekanntesten Disney-Schurken auf völlig neue Weise näherbringt.

Die Mischung aus Magie, Intrigen, familiären Konflikten und moralischen Fragen sorgt dafür, dass die Geschichte weit über eine klassische Villain-Origin-Story hinausgeht.

Wer Disney liebt, sich schon immer gefragt hat, wie Jafar zu dem Mann wurde, den wir aus Aladdin kennen, oder einfach gut erzählte Fantasy mit viel Charaktertiefe mag, sollte sich dieses Buch unbedingt anschauen. Für mich ist es eine gelungene Ergänzung der Dark-Ascension-Reihe, die Lust auf weitere Geschichten aus dem Disney-Villains-Universum macht.


Die Schule der magischen Tiere – Nass und nasser! | Ein Sommerabenteuer voller Mut, Freundschaft und magischer Unterstützung

Bei den aktuellen Temperaturen in Deutschland passt dieses Buch einfach wie die Faust aufs Auge. Während draußen die Sonne vom Himmel brennt und der nächste Besuch im Freibad oder am Badesee geplant wird, nimmt uns „Die Schule der magischen Tiere – Nass und nasser!“ mit genau dorthin. Sommer, Sonne, Schwimmbad – das klingt nach jeder Menge Spaß. Doch wie so oft steckt hinter der fröhlichen Sommerkulisse viel mehr als nur Planschen und Eis essen.

Genau das liebe ich an der Reihe rund um die Wintersteinschule. Die Geschichten sind leicht und unterhaltsam, greifen aber gleichzeitig Themen auf, die viele Kinder aus ihrem eigenen Alltag kennen. Es geht nicht nur um die magischen Tiere, sondern vor allem um Gefühle, Ängste, Freundschaft und darum, über sich selbst hinauszuwachsen.

In diesem Band steht unter anderem Hatice im Mittelpunkt. Während sich ihre Klassenkameradinnen und Klassenkameraden riesig auf die Zeit im Schwimmbad freuen, ist ihr überhaupt nicht zum Lachen zumute. Sie hat große Angst vor dem Wasser. Allein der Gedanke daran, das Seepferdchen machen zu müssen, setzt sie unter Druck. Ich glaube, viele Kinder können sich in Hatice wiederfinden. Nicht jeder fühlt sich im Wasser sofort wohl und gerade wenn andere scheinbar mutig ins Becken springen, entstehen schnell Unsicherheiten.

Besonders schön fand ich, wie sensibel Margit Auer dieses Thema erzählt. Hatices Angst wird nicht belächelt oder klein geredet. Stattdessen wird gezeigt, dass Ängste völlig normal sind und jeder sein eigenes Tempo hat. Natürlich wäre die Wintersteinschule nicht die Wintersteinschule, wenn dabei nicht auch die magischen Tiere ihre ganz eigene Art hätten, Mut zu machen. Gerade diese Mischung aus Fantasie und echten Alltagssituationen macht die Reihe seit Jahren so beliebt.

Doch nicht nur Hatice beschäftigt etwas. Auch Henry trägt eine große Sorge mit sich herum. Seine Eltern möchten ihn auf ein Internat schicken – eine Vorstellung, die ihn völlig überfordert. Aus Angst und Verzweiflung läuft er kurzerhand von zu Hause weg und findet sich plötzlich allein im Wald wieder. Diese Handlung sorgt noch einmal für eine ganz andere Spannung innerhalb der Geschichte. Während Hatices Geschichte eher leise und gefühlvoll erzählt wird, bringt Henrys Abenteuer Nervenkitzel und zeigt gleichzeitig, wie wichtig Vertrauen und Hilfe sind, wenn man nicht mehr weiterweiß.

Gerade diese beiden Erzählstränge ergänzen sich wunderbar. Beide Kinder stehen vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen und doch verbindet sie etwas: Sie müssen lernen, ihren Ängsten nicht die Kontrolle über ihr Leben zu überlassen. Dabei geht es nicht darum, plötzlich furchtlos zu sein. Vielmehr zeigt das Buch, dass Mut oft in kleinen Schritten entsteht und dass man schwierige Situationen leichter bewältigen kann, wenn man Menschen – oder eben magische Tiere – an seiner Seite hat.

Wie gewohnt überzeugt auch dieser Band wieder mit dem lockeren Schreibstil von Margit Auer. Die Kapitel sind angenehm kurz, sodass sich das Buch wunderbar zum Vorlesen eignet, aber auch Kinder, die bereits selbst lesen, schnell Erfolgserlebnisse haben. Die Geschichte bleibt durchgehend spannend, ohne dabei zu überfordern. Immer wieder wechseln sich humorvolle Momente mit nachdenklichen Szenen ab, wodurch beim Lesen nie Langeweile aufkommt.

Besonders gut gefallen hat uns auch die liebevoll gestaltete Neuausgabe. Die vielen neuen Illustrationen der Farbfüchse lockern den Text wunderbar auf und verleihen den Figuren noch mehr Leben. Gerade Kinder, die sich mit längeren Texten noch schwertun, profitieren von den Bildern, weil sie das Gelesene zusätzlich unterstützen und die Geschichte noch greifbarer machen.

Ein echtes Highlight sind außerdem die Extras am Anfang und Ende des Buches. Die Steckbriefe der Kinder und ihrer magischen Tiere helfen dabei, den Überblick zu behalten – besonders für neue Leserinnen und Leser, die vielleicht noch nicht alle Figuren kennen. Das persönliche Nachwort von Margit Auer rundet das Buch schließlich sehr schön ab und gibt den Geschichten noch eine ganz persönliche Note.

Was die Reihe für mich insgesamt so besonders macht, ist ihre Fähigkeit, alltägliche Probleme ernst zu nehmen, ohne dabei schwer zu wirken. Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und gegenseitige Unterstützung ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Bände. Kinder erleben spannende Abenteuer und nehmen dabei ganz nebenbei wichtige Botschaften mit, ohne dass diese jemals belehrend wirken.

Gerade jetzt im Sommer macht „Nass und nasser!“ besonders viel Freude. Während draußen vielleicht schon der nächste Freibadbesuch wartet, können Kinder gemeinsam mit der Klasse von Miss Cornfield ins Wasser springen, mitfiebern und erleben, dass jeder seine eigenen kleinen und großen Herausforderungen meistern muss.

„Die Schule der magischen Tiere – Nass und nasser!“ ist ein rundum gelungenes Sommerabenteuer voller Herz, Humor und wichtiger Botschaften. Die Geschichte verbindet spannende Erlebnisse mit Themen wie Angst, Selbstvertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt und zeigt Kindern auf einfühlsame Weise, dass niemand mit seinen Sorgen allein ist.

Die liebevoll gestaltete Neuausgabe mit ihren vielen Illustrationen und Extras macht den beliebten Band noch einmal zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Ein wunderbares Kinderbuch für warme Sommertage – zum Vorlesen, Selberlesen und natürlich für alle großen und kleinen Fans der magischen Tiere.


Tilli und die Zahnfee – Eine zauberhafte Geschichte für alle Wackelzahn-Kinder

Es gibt Themen, die begleiten jede Familie irgendwann.

Bei uns sind es gerade die Wackelzähne. Während unser Siebenjähriger schon einige Besuche der Zahnfee erlebt hat, wartet unsere Vierjährige sehnsüchtig darauf, dass endlich auch bei ihr der erste Zahn wackelt. Fast täglich wird vor dem Spiegel kontrolliert, ob sich nicht doch schon etwas bewegt. Und natürlich wird immer wieder gefragt, wann die Zahnfee endlich vorbeikommt.

Als wir „Tilli und die Zahnfee“ entdeckt haben, war deshalb sofort klar: Dieses Buch müssen wir lesen.

Und ich kann schon vorwegnehmen – es hat uns mit seiner zauberhaften Idee und seinem liebevollen Humor wirklich begeistert.

Tilli kann es kaum erwarten, endlich ihre erste Zahnlücke zu bekommen. In ihrer Klasse haben schon fast alle Kinder einen Zahn verloren und natürlich wurde auch überall von der Zahnfee erzählt. Tilli freut sich deshalb nicht nur auf das kleine Geschenk unter ihrem Kopfkissen. Viel spannender findet sie die Zahnfee selbst.

Denn wer hat sie eigentlich jemals gesehen?

Genau das möchte Tilli ändern.

Sie entwickelt einen ziemlich raffinierten Plan und bastelt kurzerhand eine glitzernde Klebefalle. So soll die Zahnfee beim Einsammeln des Zahns einfach festkleben und Tilli kann sie endlich kennenlernen.

Eigentlich eine geniale Idee.

Oder zumindest glaubt Tilli das.

Doch als Zahnfee Milli tatsächlich in die Falle tappt, läuft plötzlich alles ganz anders als geplant. Ihre Flügel sind völlig zerknittert und an Wegfliegen ist nicht mehr zu denken. Ausgerechnet an ihrem ersten Arbeitstag!

Was nun folgt, ist eine herrlich fantasievolle Geschichte über kleine Missgeschicke, kreative Lösungen und eine Freundschaft, mit der wohl niemand gerechnet hätte.

Besonders schön fand ich, dass die Geschichte nicht nur aus Tillis Sicht erzählt wird.

Durch das Wendebuch-Konzept erleben wir auch die andere Seite und dürfen Zahnfee Milli begleiten. Gerade diese Idee hat mir richtig gut gefallen. Kinder sehen dadurch dieselben Ereignisse aus zwei unterschiedlichen Perspektiven und merken ganz nebenbei, dass jede Geschichte mehr als nur eine Seite hat.

Für junge Leser ist das eine wunderschöne Möglichkeit, sich in andere hineinzuversetzen.

Auch sprachlich ist das Buch wunderbar gelungen.

Die großen Buchstaben, die kurzen Textabschnitte und die vielen farbenfrohen Illustrationen machen das Lesen leicht und sorgen dafür, dass Kinder nicht überfordert werden. Gerade Leseanfänger können hier schnell erste Erfolgserlebnisse sammeln.

Noch schöner ist das Buch allerdings beim gemeinsamen Vorlesen.

Unsere Vierjährige hat gebannt zugehört und war sofort überzeugt, dass sie die Zahnfee ebenfalls unbedingt einmal sehen möchte. Mein Siebenjähriger musste mehrfach schmunzeln und meinte zwischendurch ganz trocken: “Zum Glück habe ich keine Glitzerfalle gebaut.” Und selbst unser Neunjähriger blieb noch eine ganze Weile sitzen und hat interessiert mitgelesen.

Genau solche Bücher mag ich besonders.

Sie schaffen es, Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam zu begeistern und bieten gleichzeitig viele kleine Gesprächsanlässe. Was wäre eigentlich passiert, wenn die Zahnfee wirklich einmal festkleben würde? Wie würde man ihr helfen? Und wie sieht die Zahnfee überhaupt aus?

Die Illustrationen von Alexandra Helm passen dabei wunderbar zur Geschichte. Sie sind farbenfroh, warmherzig und voller kleiner Details, die man immer wieder neu entdecken kann. Vor allem Zahnfee Milli ist einfach unglaublich niedlich gestaltet und war bei uns sofort der heimliche Star des Buches.

Auch das glitzernde Cover macht richtig etwas her und zieht Kinder sofort in seinen Bann. Unsere Tochter hatte das Buch kaum in der Hand, da wurde es schon aus allen Richtungen betrachtet, weil es so schön funkelt.

Mein Fazit:

„Tilli und die Zahnfee“ ist eine liebevolle Geschichte für alle Kinder, die ihren ersten Wackelzähnen entgegenfiebern oder gerade mitten in der Zahnfee-Zeit stecken.

Mit viel Fantasie, Humor und einer wunderschönen Botschaft erzählt das Buch von Freundschaft, kleinen Fehlern und kreativen Lösungen. Das besondere Wendebuch-Konzept sorgt zusätzlich für Abwechslung und macht die Geschichte zu etwas Besonderem.

Für uns war es ein zauberhaftes Vorlesebuch, das nicht nur unsere Vierjährige begeistert hat. Auch ihre großen Brüder hatten ihren Spaß daran – und genau das macht für mich ein richtig gutes Kinderbuch aus. Es bringt die ganze Familie zusammen und sorgt für gemeinsame Lesemomente, die noch lange in Erinnerung bleiben.


Prinzessin von Schrei – Eine Prinzessin, die alles anders macht

Wenn ihr mich fragt, gibt es bei uns zu Hause eigentlich zwei Arten von Prinzessinnenbüchern.

Die einen erzählen von glitzernden Kleidern, Schlössern und Bällen.

Und dann gibt es die Geschichten, in denen Prinzessinnen zeigen, dass sie ihren ganz eigenen Kopf haben.

Genau zu dieser zweiten Kategorie gehört „Prinzessin von Schrei“ – und ich muss sagen, genau solche Geschichten mag ich inzwischen fast noch lieber.

Ich habe drei Kinder im Alter von vier, sieben und neun Jahren. Da erlebt man jeden Tag, wie unterschiedlich Kinder sind. Jeder hat seine eigenen Ideen, Wünsche und Vorstellungen. Deshalb finde ich Bücher besonders schön, die genau das vermitteln: Du musst nicht so sein wie alle anderen.

Eine Prinzessin, die keine Lust auf Regeln hat

Die kleine Prinzessin Margareta lebt in einem riesigen Palast.

Eigentlich klingt das nach einem Traum.

Doch Margareta sieht das ganz anders.

Sie soll später einmal Königin werden, ständig gibt es Regeln einzuhalten und überall begegnen ihr Erwachsene mit ihren typischen “Das geht nicht”-Gesichtern.

Schon allein ihr Spitzname sorgt für ein Schmunzeln.

Eigentlich heißt sie Margareta, doch weil sie als Baby so viel geschrien hat und beim Zählen immer “Eins… zwei… Prinzessin von Schrei!” gesagt hat, kennt sie inzwischen jeder nur noch unter diesem Namen.

Allein diese Idee fanden meine Kinder schon unglaublich lustig.

Warum eigentlich immer alles so machen wie früher?

Margareta stellt irgendwann eine Frage, die sich wahrscheinlich viele Kinder schon einmal gestellt haben.

Warum muss eigentlich alles immer so bleiben, wie es schon immer war?

Warum muss sie unbedingt feine Kleider tragen?

Warum darf man bestimmte Dinge nicht einfach anders machen?

Und genau an diesem Punkt beginnt die Geschichte richtig Spaß zu machen.

Margareta zieht kurzerhand lieber eine coole Smokingweste an.

Sie verpasst sich selbst, ihren Eltern und sogar ihrem Bodygerd Tattoos.

Ja, richtig gelesen – Bodygerd.

Allein dieses Wortspiel hat mich zum Schmunzeln gebracht.

Und der königliche Sommerurlaub?

Der findet dieses Jahr nicht in einer prunkvollen Sommerresidenz statt.

Sondern auf einem Campingplatz.

Ich musste sofort lachen, weil ich mir die Gesichter der königlichen Familie bildlich vorstellen konnte.

Veränderungen dürfen auch Spaß machen

Natürlich reagieren die Erwachsenen erst einmal skeptisch.

Sie schütteln die Köpfe, erklären, warum etwas nicht geht, und halten an ihren alten Gewohnheiten fest.

Doch nach und nach merken sie, dass Veränderungen gar nichts Schlechtes sein müssen.

Im Gegenteil.

Manchmal bringen neue Ideen frischen Wind in festgefahrene Situationen.

Und genau diese Botschaft gefällt mir an dem Buch besonders gut.

Es geht nicht darum, Regeln grundsätzlich abzulehnen.

Es geht darum, Dinge zu hinterfragen und sich zu überlegen, ob sie wirklich noch sinnvoll sind.

Kinder dürfen Wünsche haben.

Sie dürfen ihre Meinung sagen.

Und sie dürfen ihren eigenen Weg finden.

Eine Geschichte, die wunderbar zum Vorlesen geeignet ist

Das Buch ist in sechs kurze Kapitel eingeteilt.

Dadurch eignet es sich perfekt zum Vorlesen vor dem Schlafengehen oder einfach für eine gemütliche Lesepause zwischendurch.

Meine Vierjährige hat der Geschichte aufmerksam zugehört und musste an vielen Stellen lachen.

Mein Siebenjähriger fand vor allem Margaretas verrückte Ideen großartig.

Und mein Neunjähriger hatte seinen Spaß an den humorvollen Dialogen und den vielen kleinen Details.

Genau solche Bücher mag ich als Mama besonders.

Sie funktionieren für unterschiedliche Altersgruppen und jeder entdeckt etwas anderes darin.

Die Illustrationen sind ein echtes Highlight

Mindestens genauso begeistert war ich von den Bildern.

Josephine Wolff hat die Geschichte mit wunderschönen, farbenfrohen Illustrationen zum Leben erweckt.

Margareta mit ihren türkisen Haarsträhnen ist einfach ein echter Hingucker.

Der immer freundlich lächelnde Bodygerd sorgt auf fast jeder Seite für ein Lächeln.

Und überall gibt es kleine Details zu entdecken.

Während ich vorgelesen habe, waren meine Kinder oft noch damit beschäftigt, die Bilder ganz genau anzuschauen.

Genau das liebe ich an guten Vorlesebüchern.

Die Illustrationen erzählen ihre ganz eigene Geschichte mit.

„Prinzessin von Schrei“ ist ein modernes Märchen, das zeigt, dass man nicht immer alles machen muss, nur weil es schon immer so gemacht wurde.

Mit viel Humor, einer wunderbar frechen Hauptfigur und ganz viel Herz vermittelt die Geschichte, dass Kinder ihre eigenen Wünsche ernst nehmen dürfen und Veränderungen manchmal genau das sind, was es braucht.

Besonders gefallen haben mir die liebevollen Illustrationen, die sympathischen Figuren und die humorvolle Erzählweise.

Für die absolute Höchstwertung hat mir persönlich zwar noch dieses kleine gewisse Etwas gefehlt, das ein Buch zu einem unvergesslichen Highlight macht.

Trotzdem habe ich die Geschichte sehr gerne gelesen und vorgelesen.

Wer eine etwas andere Prinzessinnengeschichte sucht, die nicht nur unterhält, sondern ganz nebenbei Mut macht, seinen eigenen Weg zu gehen, sollte sich „Prinzessin von Schrei“ unbedingt einmal anschauen. Für uns war sie eine richtig schöne Vorlesegeschichte, die für viele Lacher und ebenso viele schöne Gespräche gesorgt hat.