„So fühlen die Tiere“ – wenn Gefühle plötzlich Federn, Fell und Flossen bekommen

Florian Fuchs & Laura Fuchs

So fühlen die Tiere

Können Tiere eigentlich traurig sein? Freuen sie sich genauso wie wir? Können sie lieben, Angst haben, wütend werden oder jemandem vertrauen?

Gerade Kinder stellen solche Fragen irgendwann ganz automatisch. Bei uns ganz besonders unser Siebenjähriger, denn Tiere sind momentan eines seiner absoluten Lieblingsthemen. Für ihn steht auch ziemlich sicher fest: Wenn er einmal groß ist, wird er Tierpfleger. Da gibt es eigentlich überhaupt nichts mehr zu diskutieren. 😄 Entsprechend groß war seine Begeisterung, als „So fühlen die Tiere“ bei uns eingezogen ist.

Denn dieses Buch beschäftigt sich nicht nur damit, was Tiere tun, wo sie leben oder was sie fressen. Es geht um etwas, das wir ihnen auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so leicht ansehen können: ihre Gefühle.

Und genau das fand ich schon beim ersten Durchblättern unglaublich spannend.

Gefühle sind nicht nur Menschensache

Freude, Trauer, Angst, Liebe, Ekel, Vertrauen oder Wut – für uns Menschen gehören all diese Emotionen ganz selbstverständlich zum Leben. Wir können darüber sprechen, sagen, wenn uns etwas Angst macht, jemanden trösten oder erzählen, warum wir gerade vor Freude platzen könnten.

Tiere können uns natürlich nicht einfach mit Worten erklären, wie es ihnen geht. Trotzdem bedeutet das nicht, dass in ihnen nichts passiert.

Das Buch nimmt Kinder mit in die Gefühlswelt ganz unterschiedlicher Tierarten und zeigt anhand vieler Beispiele, wie Tiere Emotionen ausdrücken und wie Forscher ihr Verhalten beobachten und einordnen.

Dabei haben nicht nur meine Kinder einiges gelernt.

Ich nämlich auch.

Besonders faszinierend fand ich, wie unterschiedlich Gefühle im Tierreich sichtbar werden können. Denn natürlich stampft ein wütender Elefant nicht mit den Füßen auf und ruft: „Ich bin sauer!“ Ein Tier zeigt über seine Haltung, seine Bewegungen, Laute, Mimik oder sein Verhalten, was gerade in ihm vorgeht.

Und plötzlich schaut man viel genauer hin.

Trauernde Elefanten, verliebte Schwäne und glückliche Krokodile

Genau diese konkreten Beispiele machen das Buch für mich so interessant.

Wir erfahren unter anderem, wie Elefanten mit dem Verlust eines Artgenossen umgehen und wie lange Trauer sie begleiten kann. Wir entdecken Tiere, die nach ihrer Partnerwahl sehr lange oder sogar ein Leben lang zusammenbleiben, und lernen etwas darüber, warum Schimpansen lächeln, welche Rolle Vertrauen bei Erdmännchen spielt oder was bei einem Krokodil so etwas wie Freude auslösen kann.

Und da saßen wir tatsächlich mehr als einmal gemeinsam vor einer Seite und dachten: Das wusste ich nicht.

Besonders schön finde ich, dass nicht einfach nur behauptet wird: Dieses Tier ist jetzt traurig oder jenes Tier freut sich. Das Buch erklärt anhand von Beobachtungen und Beispielen, woran Menschen solche Emotionen bei Tieren erkennen und woher unser Wissen darüber stammt.

Dadurch bekommen Kinder nicht nur einzelne Tierfakten serviert, sondern lernen ganz nebenbei, genauer hinzuschauen und Verhalten zu hinterfragen.

Für welches Alter eignet sich das Buch?

Der Verlag empfiehlt das Buch bereits ab drei Jahren. Die wunderschönen Tierbilder kann ich mir für dieses Alter definitiv vorstellen, bei den eigentlichen Inhalten würde ich persönlich die Altersempfehlung allerdings etwas höher ansetzen.

Wir haben gemerkt, dass die Zusammenhänge hinter den verschiedenen Emotionen für ein jüngeres Kind teilweise noch ziemlich abstrakt sein können. Natürlich kann man einzelne Seiten herausgreifen, gemeinsam Tiere entdecken und sehr vereinfacht über Freude, Angst oder Traurigkeit sprechen. Um wirklich zu verstehen, wie tierisches Verhalten gedeutet wird und was die Beispiele erzählen, braucht es meiner Meinung nach aber etwas mehr Alter.

Ganz anders war es bei den älteren Kindern.

Unser Siebenjähriger war durch seine große Tierbegeisterung sowieso sofort dabei, und auch mit unserem Neunjährigen und unserer vierjährigen haben wir das Buch angeschaut. In diesem Alter entstand noch einmal ein ganz anderes Gespräch. Es ging nicht mehr nur darum, dass ein Tier etwas empfindet, sondern auch darum, wie wir das überhaupt erkennen können.

Und genau hier zeigt das Buch für mich seine besondere Stärke.

Ein Tierbuch, das gleichzeitig Empathie vermittelt

Je länger wir darin gelesen haben, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass „So fühlen die Tiere“ eigentlich zwei Dinge gleichzeitig macht.

Natürlich vermittelt es unglaublich viel Wissen über Tiere. Gleichzeitig bringt es Kinder aber auch dazu, sich in andere Lebewesen hineinzuversetzen.

Wenn ein Tier Angst empfinden kann, macht es einen Unterschied, wie wir ihm begegnen. Wenn Tiere Vertrauen aufbauen, Bindungen eingehen oder Verlust erleben können, verändert das unseren Blick auf sie.

Das Buch sagt Kindern dabei nicht ständig, was sie denken oder wie sie handeln sollen. Stattdessen liefert es Wissen, aus dem sich ganz von selbst Gespräche ergeben.

Was bedeutet Vertrauen eigentlich für uns? Woran merkt man, dass jemand Angst hat, obwohl er es nicht sagt? Kann Trauer bei jedem anders aussehen? Und wie erkennen wir Gefühle überhaupt?

Damit wird aus einem Sachbuch über Tiere fast nebenbei auch ein Buch über Empathie und einen respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen.

Und dann sind da diese Bilder …

Optisch ist das Buch ebenfalls etwas ganz Besonderes.

Schon das großformatige Cover mit den verschiedenen Tiergesichtern zieht den Blick sofort auf sich. Im Inneren geht es genauso eindrucksvoll weiter. Die handgemalten Gouache-Illustrationen von Laura und Florian Fuchs sind unglaublich ausdrucksstark und teilweise so detailreich, dass wir länger bei den Bildern hängen geblieben sind, als wir eigentlich lesen wollten.

Gerade weil es in diesem Buch um Emotionen geht, funktionieren die Illustrationen für mich besonders gut. Man schaut automatisch auf Augen, Haltung und Gesichtsausdruck und versucht selbst zu erkennen: Was könnte dieses Tier gerade empfinden?

Das macht das Buch auch zu einem schönen gemeinsamen Entdeckerbuch. Man muss es überhaupt nicht von vorne bis hinten durchlesen. Wir haben immer wieder geblättert, sind an einem Tier hängen geblieben, haben gelesen und anschließend darüber gesprochen.

„So fühlen die Tiere“ von Florian Fuchs und Laura Fuchs ist für uns viel mehr als ein klassisches Tiersachbuch.

Es verbindet Wissen über die Tierwelt mit einem Thema, das jedes Kind aus seinem eigenen Alltag kennt: Gefühle.

Besonders für unseren Siebenjährigen und seine große Tierbegeisterung war das natürlich ein Volltreffer. Aber auch ich fand viele der Beispiele überraschend und habe beim gemeinsamen Lesen einiges dazugelernt.

Die Kombination aus recherchiertem Wissen, konkreten Beobachtungen aus der Tierwelt und diesen wunderschönen, ausdrucksstarken Illustrationen macht das Buch zu einem Titel, den man nicht einmal liest und anschließend ins Regal stellt. Es ist eines dieser Bücher, die man immer wieder hervorholen kann, um noch einmal eine Seite anzuschauen, über ein Tier zu staunen oder einer neuen Frage nachzugehen.

Die Altersempfehlung ab drei Jahren würde ich für die Bilder und ein erstes gemeinsames Entdecken mitgehen. Seine ganze Stärke entfaltet das Buch für mich aber bei etwas älteren Kindern, die bereits verstehen können, dass Gefühle nicht immer mit Worten ausgedrückt werden und Verhalten viele verschiedene Bedeutungen haben kann.

Für kleine Tierfans, neugierige Grundschulkinder und Familien, die Sachbücher mögen, aus denen beim Lesen ganz automatisch Gespräche entstehen, ist „So fühlen die Tiere“ eine richtig schöne Empfehlung.

Und wer weiß: Vielleicht sitzt hier tatsächlich ein zukünftiger Tierpfleger mit seinem neuen Lieblingssachbuch auf dem Sofa. 🐯🐘🦉❤️


Die Marsupilamis 1: Die Legende der Marsus – Kindheitserinnerung trifft auf neues Abenteuer

Kennt ihr eigentlich noch die Marsupilamis?

Ich musste ehrlich gesagt keine Sekunde überlegen, als ich dieses Buch gesehen habe. Sofort waren da Erinnerungen an meine eigene Kindheit. Diese gelben, wilden Wesen mit ihren unglaublich langen Schwänzen gehörten für mich einfach dazu – und umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie jetzt wieder da sind und eine ganz neue Generation sie entdecken kann.

„Die Marsupilamis 1: Die Legende der Marsus“ von Amanda Deibert, illustriert von Goum, war deshalb bei uns schon allein aus nostalgischen Gründen ein kleines Highlight.

Und ich muss sagen: Es macht erstaunlich viel Spaß, Figuren aus der eigenen Kindheit plötzlich gemeinsam mit den eigenen Kindern wiederzuentdecken.

Im Mittelpunkt stehen die neunjährigen Zwillinge Jade und Mica. Ihr Leben wird ziemlich auf den Kopf gestellt, als ihnen gleich drei junge Marsupilamis anvertraut werden: Hope, Twister und Punch.

Und wer die Marsupilamis kennt, kann sich wahrscheinlich schon denken, dass „aufpassen“ hier nicht bedeutet, dass die drei gemütlich in irgendeiner Ecke sitzen und warten.

Ganz im Gegenteil.

Die drei wollen entdecken, ausprobieren und natürlich am liebsten sofort die ganze Stadt unsicher machen. Das sorgt ziemlich schnell für jede Menge Chaos.

Dabei könnte das Trio unterschiedlicher kaum sein. Hope ist eher sanft und fürsorglich, Twister strotzt nur so vor Energie und guter Laune und Punch hat seinen ganz eigenen Kopf. Gerade diese unterschiedlichen Persönlichkeiten machen die drei unglaublich sympathisch und sorgen dafür, dass jeder schnell seinen eigenen Favoriten findet.

Doch hinter all dem Spaß steckt natürlich auch ein echtes Problem.

Die Marsupilamis dürfen keinesfalls entdeckt werden, denn ihnen sind Menschen auf der Spur, die alles andere als gute Absichten haben. Jade und Mica müssen ihre neuen Freunde deshalb nicht nur irgendwie im Zaum halten, sondern gleichzeitig dafür sorgen, dass niemand erfährt, dass die drei überhaupt bei ihnen sind.

Und genau daraus entsteht eine schöne Mischung aus Abenteuer, Action und ganz viel Humor.

Bei uns kam besonders gut an, dass eigentlich ständig etwas passiert. Die Geschichte verliert sich nicht in langen Erklärungen, sondern bleibt flott und lebendig. Gerade für Kinder, die gerne Comics lesen oder bei sehr textlastigen Büchern schnell die Lust verlieren, finde ich das richtig gelungen.

Die Illustrationen von Goum passen perfekt dazu.

Sie sind bunt, dynamisch und transportieren die Energie der Marsupilamis richtig gut. Man sieht ihnen förmlich an, dass sie keinen Moment stillsitzen können. Oft erzählen die Bilder noch einmal zusätzlich zur eigentlichen Handlung weiter und laden dazu ein, die Seiten ganz genau anzuschauen.

Für meine Kinder war genau das ein großer Pluspunkt.

Mit drei Kindern im Alter von vier, sieben und neun Jahren haben wir hier natürlich wieder ganz unterschiedliche Leser. Während unsere Vierjährige vor allem die Marsupilamis auf den Bildern bestaunt hat, konnten die beiden Großen der Handlung schon richtig gut folgen. Mein Siebenjähriger fand vor allem das Chaos lustig, das die drei ständig veranstalten, und unser Neunjähriger mochte die spannenderen Momente, in denen Jade und Mica versuchen müssen, ihre neuen Freunde zu beschützen.

Ich selbst hatte beim Lesen wahrscheinlich noch einmal einen ganz anderen Spaß daran.

Denn für mich war es eben nicht nur irgendeine neue Geschichte.

Es war dieses kleine Wiedersehen mit Figuren, die mich selbst als Kind begleitet haben. Und ich finde es immer besonders schön, wenn solche Geschichten nicht einfach nur neu aufgelegt werden, sondern so weiterentwickelt werden, dass sie auch für Kinder heute funktionieren.

Genau das gelingt hier ziemlich gut.

Die Geschichte fühlt sich modern an, ohne den Charme der Marsupilamis zu verlieren. Ihre Wildheit, ihre Neugier und natürlich diese unverwechselbaren langen Schwänze sind sofort wieder da.

Dabei steckt zwischen all dem Chaos auch eine schöne Botschaft.

Jade und Mica übernehmen Verantwortung. Sie müssen zusammenhalten, Vertrauen aufbauen und lernen, dass Freundschaft manchmal auch bedeutet, für jemanden einzustehen, wenn es schwierig wird.

Das wird nicht groß erklärt oder mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern ergibt sich ganz selbstverständlich aus der Handlung.

Und genau so mag ich es bei Kinderbüchern am liebsten.

Für jüngere Leser ist das Buch außerdem ein schöner Einstieg in die Welt der Marsupilamis. Man muss keine alten Geschichten kennen und braucht auch keinerlei Vorwissen. Wer die Figuren dagegen schon aus der eigenen Kindheit kennt, bekommt zusätzlich noch eine ordentliche Portion Nostalgie dazu.

„Die Marsupilamis 1: Die Legende der Marsus“ ist ein turbulenter, lustiger und wunderbar lebendiger Auftakt, der Abenteuer, Freundschaft und jede Menge Chaos miteinander verbindet.

Hope, Twister und Punch sind drei herrlich unterschiedliche Charaktere, die man schnell ins Herz schließt, und Jade und Mica sind sympathische Begleiter für dieses außergewöhnliche Abenteuer.

Für Kinder ab etwa sechs Jahren, die Comics, Action und verrückte Tierfiguren lieben, ist das Buch eine richtig schöne Empfehlung.

Und für Eltern, die die Marsupilamis noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen, gibt es obendrauf dieses wunderbare Gefühl, plötzlich etwas weitergeben zu können, das man früher selbst geliebt hat.

Bei uns steht jedenfalls fest: Wir freuen uns sehr, dass die Marsupilamis zurück sind – und auf weitere Abenteuer mit diesem herrlich chaotischen Trio. 🐾💛


Können Bäume miteinander sprechen? – Ein Sachbuch, das uns den Wald mit ganz anderen Augen sehen lässt

Ich finde, die besten Sachbücher sind die, bei denen man irgendwann innehält und denkt: Moment mal … das wusste ich ja selbst noch gar nicht.

Genau so ging es mir bei „Können Bäume miteinander sprechen?“

Eigentlich dachte ich, ich wüsste schon eine ganze Menge über Bäume. Schließlich verbringen wir mit unseren drei Kindern – vier, sieben und neun Jahre alt – viel Zeit draußen. Ob beim Spaziergang im Wald, auf dem Spielplatz oder beim Wandern im Urlaub – Bäume gehören einfach immer dazu. Aber dass sie sich tatsächlich gegenseitig warnen, miteinander kommunizieren und dabei sogar Pilze eine wichtige Rolle spielen, hat selbst mich total überrascht.

Und genau dieses Staunen macht dieses Buch aus.

Es nimmt Kinder mit auf eine spannende Entdeckungsreise und zeigt, dass ein Wald viel mehr ist als nur eine Ansammlung von Bäumen.

Schon beim ersten Durchblättern ist uns das Buch positiv aufgefallen. Die Gestaltung ist modern, freundlich und gleichzeitig angenehm übersichtlich. Es gibt viele Illustrationen, die den Text auflockern, und alles wirkt so gestaltet, dass Kinder Lust bekommen, sich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen.

Gerade mein Siebenjähriger war sofort neugierig.

“Mama, können Bäume wirklich miteinander reden?”

Allein diese Frage zeigt eigentlich schon, wie gut der Titel gewählt ist.

Die Antwort darauf ist natürlich nicht ganz so, wie Kinder es sich vielleicht zuerst vorstellen. Bäume unterhalten sich nicht mit Worten. Aber sie senden Signale aus, warnen sich gegenseitig vor Gefahren und sind über ein riesiges Netzwerk im Boden miteinander verbunden.

Ich fand das unglaublich faszinierend.

Und meine Kinder auch.

Besonders spannend waren für uns die vielen kleinen Fakten zwischendurch. Wir haben erfahren, welche “Superkräfte” manche Bäume besitzen, wie alt sie werden können und warum sie für unsere Umwelt so wichtig sind. Gleichzeitig erklärt das Buch auch, welchen Gefahren unsere Wälder heute ausgesetzt sind und weshalb wir sie schützen müssen.

Dabei bleibt der Ton immer angenehm kindgerecht.

Es wird nicht belehrt.

Es wird erklärt.

Und genau das gefällt mir so gut.

Man merkt, dass hier Wissen vermittelt werden soll, ohne Kinder zu überfordern.

Ein großer Pluspunkt sind für mich außerdem die kurzen Texte.

Gerade Kinder, die erst anfangen, selbst zu lesen, werden hier nicht von langen Textblöcken abgeschreckt. Die Sprache ist leicht verständlich und trotzdem keineswegs langweilig. Schwierige Begriffe werden im Glossar erklärt und an einigen Stellen helfen kleine Lesehilfen zusätzlich beim Lesen.

Für Erstleser ist das wirklich gut durchdacht.

Ich würde die Altersempfehlung ab sieben Jahren deshalb auch absolut unterschreiben – zumindest wenn Kinder das Buch selbst lesen möchten.

Beim Vorlesen sieht das allerdings schon wieder ganz anders aus.

Unsere Vierjährige hat genauso gespannt zugehört wie ihre Brüder. Natürlich versteht sie noch nicht jedes Detail, aber die vielen Bilder und die kurzen Wissenshäppchen haben sie trotzdem begeistert. Immer wieder wollte sie wissen, welcher Baum ihr Lieblingsbaum werden würde oder ob unser Baum im Garten auch mit anderen Bäumen “spricht”.

Genau solche Gespräche liebe ich.

Denn dann merkt man, dass ein Buch neugierig gemacht hat.

Besonders schön finde ich auch die zusätzlichen Materialien.

Über einen QR-Code lassen sich Rätsel, Ausmalbilder und weiteres Begleitmaterial herunterladen. Wir haben die Seiten direkt ausgedruckt und werden sie mit in den Urlaub nehmen. So bleibt das Thema auch nach dem Lesen noch präsent und die Kinder können spielerisch weiter entdecken.

Ich mag dieses Konzept sehr.

Erst gemeinsam lesen.

Dann rätseln.

Dann vielleicht draußen im Wald nach den Bäumen suchen, über die man gerade gelesen hat.

So wird aus einem Buch plötzlich ein richtiges Familienprojekt.

Mein Fazit:

„Können Bäume miteinander sprechen?“ zeigt eindrucksvoll, wie spannend Natur sein kann. Das Buch erklärt selbst komplexe Zusammenhänge auf eine Weise, die Kinder verstehen und Erwachsene genauso begeistert.

Die Mischung aus leicht verständlichen Texten, wunderschönen Illustrationen, spannenden Fakten und zusätzlichem Mitmachmaterial macht dieses Sachbuch zu einem tollen Begleiter für neugierige Kinder. Besonders schön finde ich, dass nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern auch Wertschätzung für die Natur entsteht.

Und ich gebe es ganz ehrlich zu: Dieses Buch hat nicht nur meinen Kindern neue Dinge beigebracht. Auch ich werde beim nächsten Waldspaziergang garantiert mit ganz anderen Augen auf die Bäume schauen und mich fragen, welche Geschichten sie sich wohl gerade erzählen.


Amma kann nicht einschlafen – Ein Bilderbuch, das nicht nur Kinder zum Schmunzeln bringt

Es gibt Kinderbücher, die sind einfach niedlich.

Und dann gibt es Kinderbücher, bei denen man schon nach den ersten Seiten denkt: Warum ist eigentlich vorher niemand auf diese Idee gekommen?

Genau dieses Gefühl hatte ich bei „Amma kann nicht einschlafen“.

Schon das Cover hat uns sofort angesprochen. Es strahlt so viel Wärme aus und der Titel machte uns direkt neugierig. Gerade bei uns zu Hause passt das Thema im Moment einfach perfekt. Mit drei Kindern im Alter von vier, sieben und neun Jahren kennen wir die unterschiedlichsten Einschlafphasen. Die Großen schlafen inzwischen meist problemlos ein, aber unsere Vierjährige braucht abends oft noch ganz viel Nähe. Deshalb war ich besonders gespannt, welche Geschichte sich hinter diesem Buch verbirgt.

Und was soll ich sagen?

Ich musste beim Vorlesen mehr als einmal schmunzeln.

Denn dieses Buch dreht den Spieß einfach komplett um.

Normalerweise sind es doch die Eltern, die noch ein Glas Wasser holen, eine Geschichte vorlesen, die Decke richten, ein Lied singen oder noch schnell nachsehen, ob wirklich kein Monster unter dem Bett wohnt.

Hier ist alles genau andersherum.

Amma möchte eigentlich nur eins: endlich in Ruhe schlafen.

Das Problem ist allerdings nicht sie selbst, sondern ihre Eltern.

Im Elternbett ist es nämlich alles andere als gemütlich. Papa schnarcht laut, Mama hat eiskalte Füße und von einer entspannten Nacht kann wirklich keine Rede sein. Also fasst Amma einen Entschluss, der für sie völlig logisch erscheint: Sie zieht mit ihrer treuen Kuscheltier-Mannschaft in ihr eigenes Bett.

Eigentlich die perfekte Lösung.

Oder?

Nicht für Mama und Papa.

Denn plötzlich sind ausgerechnet die Eltern diejenigen, die sich nur schwer damit abfinden können. Kaum liegt Amma gemütlich in ihrem Bett, stehen sie schon wieder in der Tür. Mal bringen sie noch ein Glas Milch, dann fehlt plötzlich die Gute-Nacht-Geschichte oder eine zusätzliche Decke.

Jedes Mal, wenn Amma kurz davor ist einzuschlafen, tauchen ihre Eltern wieder auf.

Diese vertauschten Rollen sind einfach herrlich erzählt.

Während meine Kinder die Geschichte unglaublich lustig fanden, musste ich immer wieder denken: Eigentlich steckt da ziemlich viel Wahrheit drin.

Denn manchmal fällt das Loslassen den Eltern tatsächlich schwerer als den Kindern.

Wenn ein Kind plötzlich sagt: “Ich möchte jetzt alleine in meinem Bett schlafen”, dann ist das einerseits ein wunderschöner Entwicklungsschritt.

Andererseits merkt man in genau diesem Moment, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht.

Plötzlich braucht dieses kleine Wesen einen ein Stück weniger.

Und genau das kann ganz schön emotional sein.

Ich musste beim Lesen mehrfach schmunzeln, aber auch kurz schlucken.

Denn obwohl ich weiß, dass Kinder groß werden, bin ich ehrlich: Ich habe mich mit dem Gedanken noch gar nicht richtig angefreundet, dass unsere Kleinste irgendwann ganz selbstverständlich jede Nacht alleine in ihrem Bett schläft.

Dieses Buch hat mir tatsächlich noch einmal gezeigt, dass es manchmal gar nicht die Kinder sind, die bereit sein müssen.

Sondern wir Eltern.

Besonders schön fand ich, dass die Geschichte dabei nie kitschig oder belehrend wird.

Sie erzählt mit ganz viel Humor und Leichtigkeit von einem Thema, das wahrscheinlich in fast jeder Familie irgendwann eine Rolle spielt.

Die Illustrationen haben uns ebenfalls sofort begeistert. Sie sind unglaublich liebevoll gestaltet und unterstreichen den warmen, familiären Charakter der Geschichte perfekt. Es gibt auf jeder Seite kleine Details zu entdecken und unsere Tochter hat sich die Bilder immer wieder ganz genau angeschaut.

Das Ende war dann irgendwie perfekt.

Nachdem wir das Buch zugeschlagen hatten, kuschelte sich unsere Vierjährige an mich und sagte ganz leise:

“Mama, können wir heute zusammen in meinem Bett schlafen?”

Mehr muss ich über die Wirkung dieses Buches eigentlich gar nicht erzählen.

Es hat uns nicht nur zum Lachen gebracht, sondern auch zum Nachdenken.

Und genau das macht für mich ein richtig gutes Bilderbuch aus.

Es erzählt nicht einfach nur eine Geschichte.

Es schafft gemeinsame Momente.

Es regt Gespräche an.

Und manchmal hält es uns Erwachsenen ganz unauffällig den Spiegel vor.

„Amma kann nicht einschlafen“ ist weit mehr als ein klassisches Gute-Nacht-Bilderbuch. Es erzählt mit viel Witz und ganz viel Herz davon, dass das Großwerden manchmal für Eltern mindestens genauso aufregend ist wie für ihre Kinder.

Die vertauschten Rollen sorgen für viele lustige Momente, während zwischen den Zeilen eine wunderschöne Botschaft über Nähe, Loslassen und Familienleben steckt. Zusammen mit den liebevollen Illustrationen entsteht eine Geschichte, die Kinder begeistert und Eltern mitten ins Herz trifft.

Für mich gehört dieses Buch zu den schönsten Bilderbüchern rund um das Thema Einschlafen. Nicht nur, weil wir beim Vorlesen viel gelacht haben, sondern weil es uns als Familie noch lange nach dem Zuklappen beschäftigt hat.

Eine ganz klare Herzensempfehlung – für Kinder, die langsam flügge werden, und für Eltern, die lernen dürfen, sie ein kleines Stück loszulassen.