Als wir angefangen haben, uns ernsthaft mit dem Thema glutenfrei zu beschäftigen, war ziemlich schnell klar: Wir brauchen mehr als ein paar abgespeicherte Rezepte und „wird schon irgendwie“-Mut. Wir brauchten ein Buch, das uns an die Hand nimmt. Eins, das nicht nur erklärt, was man glutenfrei backen kann, sondern vor allem wie es wirklich gut wird – ohne das Gefühl, ständig Kompromisse zu machen.
So sind wir relativ schnell bei Jörg Hecker gelandet. Sein Name tauchte immer wieder auf, wenn es um glutenfreies Backen ging, und irgendwann war klar: Das schauen wir uns genauer an. Und ich kann schon vorwegnehmen: ‚Natürlich glutenfrei backen – glutenfrei durch die Jahreszeiten‘ hat uns wirklich abgeholt.
Was dieses Buch für mich besonders macht, ist die Haltung dahinter. Hier geht es nicht um schnelle Fertigmischungen und „Hauptsache irgendwie brotig“. Jörg Hecker ist Konditormeister – und genau das merkt man. Die Rezepte sind durchdacht, sauber aufgebaut und haben diesen Anspruch, den man sich wünscht, wenn man plötzlich auf glutenfrei angewiesen ist: Es soll nicht nur funktionieren, es soll schmecken. Und zwar richtig.
Sehr hilfreich fanden wir auch den Fokus auf selbst gemischte Mehlkombinationen. Anfangs wirkt das vielleicht ein bisschen wie ein kleines Nebenfachstudium („Wie viele Mehlsorten kann ein Haushalt eigentlich besitzen?“), aber genau hier liegt der Schlüssel. Hecker arbeitet mit hochwertigen Mehlen wie Vollkornreis und Buchweizen, setzt auf Bindemittel wie Flohsamenschalen und verzichtet bewusst auf Maismehl, was für viele ein Pluspunkt ist. Dadurch entstehen Teige, die nicht nur zusammenhalten, sondern auch eine Textur bekommen, die man von glutenfrei oft erst einmal nicht erwartet.
Das Buch ist außerdem wunderbar saisonal aufgebaut. Es begleitet durch alle Jahreszeiten und liefert genau die Rezepte, nach denen man in der jeweiligen Zeit wirklich greift: Brötchen und Frühstücksideen, fruchtige Kuchen im Sommer, herzhafte Brote für die kühleren Monate und natürlich auch festliches Gebäck für die Weihnachtszeit. Ich mag solche Bücher, die sich anfühlen, als würden sie mit dem eigenen Alltag mitlaufen.
Ein weiteres Highlight: Die vielen Alternativen. Rezepte sind als milchfrei, eifrei, vegan oder histaminarm gekennzeichnet, und es wird transparent erklärt, wie man Zutaten austauschen kann. Gerade wenn bei Familien mehr als eine Unverträglichkeit im Raum steht, ist das unglaublich hilfreich. Man hat nicht das Gefühl, ständig an Grenzen zu stoßen, sondern bekommt Lösungen an die Hand.
Die Anleitungen sind Schritt für Schritt erklärt und gut verständlich – auch für Anfänger. Gleichzeitig sind sie nicht „zu simpel“, sondern lassen Raum, dazuzulernen. Und genau das ist es, was wir gerade brauchen: eine verlässliche Basis, auf der man aufbauen kann. Dazu kommen stimmungsvolle Fotos, die nicht nur hübsch aussehen, sondern wirklich Lust machen, direkt loszulegen.
Wir haben inzwischen schon einige Rezepte ausprobiert – und ja, wir sind absolut begeistert. Es ist genau dieses Gefühl: glutenfrei, aber ohne Verzicht. Mit Genuss. Mit Stolz auf das, was aus dem Ofen kommt. Und mit dem guten Gedanken, dass wir nicht nur „irgendwas“ ersetzen, sondern unser eigenes neues Backrepertoire aufbauen.
Für uns ist dieses Buch ein echter Glücksgriff. Ein Backbuch, das nicht nur Rezepte liefert, sondern Vertrauen. Und das ist, gerade am Anfang eines glutenfreien Weges, manchmal fast genauso wichtig wie das perfekte Brot.









