Manchmal sind es genau diese Bücher, die man gemeinsam aufschlägt – und plötzlich sitzt die ganze Familie zusammen und taucht in eine kleine, bunte Welt ein. Das wilde Wiesengewusel von Judith Allert, illustriert von Anne-Kathrin Behl, war für uns genau so ein Buch.
Ich habe es mit meinen drei Kindern gelesen – und schon nach den ersten Seiten war klar: Das wird eines von diesen Büchern, die man nicht nur einmal liest.
Die Geschichte beginnt so schön vertraut: Der Frühling ist da, alles erwacht zum Leben, und auf der Wiese kommen die drei Freunde Maus Lilly, Eidechse Pepe und Mistkäfer Kalle endlich wieder aus ihren Verstecken. Allein diese erste Szene hat bei uns schon für ein Lächeln gesorgt – dieses Wiedersehen, diese Freude, dieses „Endlich wieder draußen sein“. Man spürt sofort, wie lebendig diese kleine Welt ist.
Und dann entdecken die drei etwas völlig Unerwartetes: eine riesige, kunterbunte Kugel. Für sie ist klar – das muss ein Ei sein! Aber von wem? Und warum liegt es hier ganz allein?
Was folgt, ist ein kleines Abenteuer, das sich ganz groß anfühlt. Gemeinsam machen sich die drei auf den Weg, um herauszufinden, wem dieses Ei gehört. Dabei verlassen sie zum ersten Mal ihren vertrauten Wiesenwinkel – und genau das macht die Geschichte so besonders. Es geht nicht nur um die Suche, sondern auch um das Entdecken.
Wir haben beim Lesen immer wieder innegehalten, geschaut, gestaunt. Denn auf dieser Reise begegnen ihnen viele weitere Wiesenbewohner, und genau hier steckt so viel Liebe zum Detail. Meine Kinder haben die Seiten regelrecht abgesucht, immer wieder neue Tiere entdeckt und ganz nebenbei unglaublich viel über die Wiese gelernt.
Die Illustrationen von Anne-Kathrin Behl sind dabei einfach ein Traum. So lebendig, so bunt, so voller Bewegung – man hat wirklich das Gefühl, mitten im „Wiesengewusel“ zu sein. Jede Figur hat ihren eigenen Charakter, jede Szene wirkt lebendig und lädt zum Verweilen ein. Ich habe selten ein Bilderbuch erlebt, bei dem wir so lange auf einzelnen Seiten geblieben sind, weil es einfach so viel zu entdecken gab.
Was mir als Mama besonders gefallen hat: Die Geschichte verbindet auf so schöne Weise Unterhaltung mit einer wichtigen Botschaft. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger wird hier gezeigt, dass auch die kleinsten Lebensräume unglaublich wertvoll sind. Dass eine Wiese nicht einfach nur „Gras“ ist, sondern ein Zuhause für viele Lebewesen.
Und genau das hat auch bei meinen Kindern etwas ausgelöst. Es wurde plötzlich darüber gesprochen, wer eigentlich alles auf unserer eigenen Wiese lebt. Wer sich dort versteckt. Und warum es wichtig ist, diese kleinen Welten zu schützen.
Für mich sind das die schönsten Momente beim Vorlesen – wenn Geschichten über das Buch hinaus wirken.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die drei Freunde sind so unterschiedlich, dass allein ihr Zusammenspiel immer wieder für kleine, liebevolle und auch lustige Momente sorgt. Es ist leicht, ihnen zu folgen, mitzufühlen und sich ein Stück weit selbst in dieser Welt zu verlieren.
Besonders schön fand ich auch die ergänzenden Informationen rund um die Wiese und ihre Bewohner. Sie passen wunderbar zur Geschichte und vertiefen das, was Kinder beim Lesen ganz spielerisch aufnehmen.
Das wilde Wiesengewusel ist für uns ein echtes Herzensbuch geworden. Eines, das man gemeinsam liest, entdeckt, bespricht – und das noch lange nachwirkt.
Ein Bilderbuch voller Leben, Freundschaft und einer wichtigen Botschaft, die gerade heute nicht wichtiger sein könnte. 💛🌿








