„Ein Fall für die Forscher-Kids – Rettet die Wale!“

Es gibt Bücher, bei denen man sich einfach darauf freut, endlich seine Meinung zu teilen.

Und dann gibt es Bücher, bei denen man bewusst wartet.

Genau so ging es mir mit „Ein Fall für die Forscher-Kids – Rettet die Wale!“. Nach dem ganzen Thimmy-Drama wollte ich diese Rezension nicht einfach zwischen all den Diskussionen veröffentlichen. Das Buch hätte das nicht verdient. Denn manchmal gehen wirklich schöne Kinderbücher in solchen Momenten völlig unter – und genau das wäre hier schade gewesen.

Denn dieses Buch hat uns als Familie richtig gut gefallen.

Mit drei Kindern im Alter von vier, sieben und neun Jahren wird bei uns viel gelesen. Während unsere Jüngste noch am liebsten zuhört und die Illustrationen entdeckt, verschlingen die beiden Großen inzwischen immer mehr Bücher selbst. Gerade Geschichten, die Abenteuer und Wissen miteinander verbinden, kommen bei uns besonders gut an.

Und genau das schaffen die Forscher-Kids.

Schon bevor die eigentliche Geschichte beginnt, lernt man die wichtigsten Figuren kennen. Das fand ich gerade für jüngere Leser richtig gelungen. Man weiß sofort, wer wer ist und welche besonderen Fähigkeiten die einzelnen Kinder mitbringen. So fällt der Einstieg leicht und man ist direkt mitten im Abenteuer.

Dieses Mal begleiten wir Connor, den Meeresexperten, und Roshni, die sich bestens mit dem Weltall auskennt. Gemeinsam erhalten sie den Auftrag, einer Gruppe Wale zu helfen, die ihren gewohnten Kurs verlassen hat. Was zunächst nach einer einfachen Rettungsmission klingt, entwickelt sich schnell zu einem spannenden Abenteuer voller unerwarteter Herausforderungen.

Denn plötzlich wird ein Walbaby vermisst.

Das U-Boot macht Probleme.

Und die Zeit drängt.

Gerade diese Mischung aus Spannung und kleinen Rätseln hat meinen beiden Großen richtig gut gefallen. Es passiert ständig etwas Neues und dadurch bleibt die Geschichte die ganze Zeit in Bewegung.

Besonders schön finde ich aber, dass die Abenteuer nie nur Unterhaltung sind.

Ganz nebenbei lernen Kinder unglaublich viel.

Und zwar ohne das Gefühl zu haben, gerade ein Sachbuch zu lesen.

Während Connor und Roshni ihre Mission meistern, erfahren die jungen Leser ganz selbstverständlich Wissenswertes über Wale, die verschiedenen Meereszonen und darüber, warum unsere Ozeane so schützenswert sind.

Ich mag solche Bücher sehr.

Kinder nehmen Wissen oft viel leichter auf, wenn sie emotional an einer Geschichte hängen. Statt trockener Fakten erleben sie Abenteuer mit Figuren, die ihnen sympathisch sind. Genau dadurch bleibt vieles viel besser im Kopf.

Richtig gelungen fand ich auch den zusätzlichen Wissensteil am Ende des Buches.

Dort gibt es noch einmal spannende Informationen rund um Wale und ihre Lebensräume, ein Glossar erklärt schwierige Begriffe und mit einem kleinen Quiz können die Kinder direkt testen, was sie sich gemerkt haben.

Mein Siebenjähriger liebt genau solche Extras.

Kaum war die Geschichte beendet, wollte er sofort das Quiz lösen und schauen, ob er alles richtig beantworten kann. Das zeigt für mich immer, dass ein Buch Interesse geweckt hat und die Geschichte noch nachwirkt.

Auch optisch ist das Buch sehr gelungen.

Die große Schrift, die kurzen Kapitel und die vielen Illustrationen machen den Einstieg ins Selbstlesen angenehm leicht. Gleichzeitig eignet sich die Geschichte aber genauso gut zum Vorlesen oder gemeinsamen Lesen.

Gerade wenn Kinder den Übergang vom Vorlesen zum Selberlesen schaffen, finde ich solche Bücher ideal. Die Kapitel sind überschaubar und durch die Bilder wird das Lesen zusätzlich aufgelockert.

Besonders gefallen hat mir außerdem, dass aktuelle Themen wie Umwelt- und Tierschutz ganz selbstverständlich eingebunden werden.

Es wird nicht mit erhobenem Zeigefinger erklärt, was richtig oder falsch ist. Stattdessen erleben die Kinder direkt mit, warum Wale Schutz brauchen und weshalb unsere Meere so wichtig sind.

Genau so sollte Wissensvermittlung für Kinder sein.

Spannend.

Lebendig.

Und mit einer Geschichte verbunden, die Lust macht, weiterzulesen.

Wir sind jedenfalls neugierig geworden, welche Missionen die Forscher-Kids als Nächstes erleben werden. Das Konzept der Reihe gefällt uns richtig gut und bietet so viele Möglichkeiten, spannende Themen aus Natur, Wissenschaft und Umwelt kindgerecht zu erzählen.

„Ein Fall für die Forscher-Kids – Rettet die Wale!“ ist ein gelungener Reihenauftakt, der Abenteuer, Spannung und kindgerecht vermitteltes Wissen wunderbar miteinander verbindet. Die sympathischen Figuren, die abwechslungsreiche Geschichte und die vielen zusätzlichen Informationen machen das Buch sowohl für kleine Entdecker als auch für wissbegierige Erstleser zu einem echten Lesespaß.

Meine beiden Großen waren begeistert und auch unsere Jüngste hat beim Vorlesen aufmerksam zugehört und die vielen Illustrationen bestaunt. Für uns ist das genau die Art Kinderbuch, die neugierig macht, Fragen aufwirft und ganz nebenbei Wissen vermittelt, ohne jemals langweilig zu werden.

Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf die nächsten Missionen der Forscher-Kids.


Holly, Herbert und die Fleischfresserpflanze – Verrückt, witzig und voller liebenswerter Botschaften

Manchmal schnappe ich mir ein Kinderbuch, lese den Klappentext und denke: Was bitte erwartet uns hier?

Eine sprechende, rechnende und kochende fleischfressende Pflanze?

Allein diese Idee klingt so herrlich verrückt, dass wir das Buch natürlich unbedingt lesen mussten. Und genau das macht „Holly, Herbert und die Fleischfresserpflanze“ aus: Es ist schräg, kreativ und so anders, als man es erwartet.

Schon nach den ersten Seiten mussten wir immer wieder schmunzeln. Meine Kinder – vier, sieben und neun Jahre alt – lieben Geschichten, in denen einfach alles möglich ist. Während die Kleine vor allem die Vorstellung einer sprechenden Pflanze unglaublich lustig fand, konnten die Großen über die vielen witzigen Dialoge und die verrückten Ideen lachen.

Im Mittelpunkt steht Holly, die eine ganz besondere Bekanntschaft macht: Herr Pula, eine fleischfressende Pflanze, die nicht nur sprechen kann, sondern auch ein echtes Mathegenie ist. Als wäre das nicht schon außergewöhnlich genug, liebt Herr Pula außerdem das Kochen. Auch wenn man sagen muss, dass zwischen Begeisterung und Talent durchaus ein kleiner Unterschied liegt. Seine Kochversuche sorgen jedenfalls für einige herrlich komische Momente.

Der Deal zwischen den beiden ist schnell beschlossen: Herr Pula hilft Holly beim Rechnen und darf im Gegenzug nach Herzenslust in der Küche experimentieren.

Allein diese Ausgangsidee fand ich unglaublich originell.

Man fragt sich wirklich, wie man auf so eine Geschichte kommt. Und genau deshalb macht sie so viel Spaß. Sie ist herrlich absurd, aber auf die beste Art und Weise.

Natürlich bleibt es nicht bei einem gemütlichen Koch- und Matheprojekt.

Als der bekannte Fernsehkoch Siegfried Schmand auf Herrn Pula aufmerksam wird, wird es plötzlich richtig turbulent. Seine Pläne mit der außergewöhnlichen Pflanze sind alles andere als harmlos und Holly und ihr bester Freund Herbert setzen alles daran, ihren ungewöhnlichen Freund zu beschützen.

Neben dem Humor steckt aber auch erstaunlich viel Herz in dieser Geschichte.

Besonders Herbert habe ich schnell ins Herz geschlossen.

Er lebt nicht bei seinen Eltern, sondern bei seinen Großeltern. Deshalb wird er von manchen Kindern schief angeschaut und sogar ausgegrenzt. Dass andere Kinder ihn meiden oder über ihn urteilen, nur weil sein Leben anders aussieht als ihres, fand ich wirklich traurig.

Umso schöner ist die Freundschaft zwischen Holly und Herbert.

Für Holly spielt es überhaupt keine Rolle, wo Herbert lebt oder was andere über ihn sagen. Sie sieht einfach den Menschen hinter all den Vorurteilen.

Ich finde, genau das ist eine wunderbare Botschaft für Kinder.

Nicht vorschnell urteilen.

Hinterfragen.

Und Menschen so annehmen, wie sie sind.

Auch Holly selbst bringt ein Thema mit, das man nicht so häufig in Kinderbüchern findet. Ihre Eltern sind getrennt und sie lebt bei ihrem Vater, während sie ihre Mutter regelmäßig besucht. Oft wird dieses Familienmodell genau andersherum dargestellt. Deshalb fand ich es schön, hier einmal eine andere Perspektive kennenzulernen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Holly selbst mit ihrer Familiensituation eigentlich gut zurechtkommt. Die Schwierigkeiten entstehen vielmehr durch die Reaktionen anderer Menschen. Genau deshalb ist Herbert so ein toller Freund. Er nimmt ihre Situation einfach hin, ohne neugierig nachzubohren oder sie zu bewerten.

Ein Thema, das leider ebenfalls nicht fehlt, ist Mobbing.

Mit Nils begegnet uns ein Charakter, den man wirklich überhaupt nicht sympathisch finden kann. Er nutzt Hollys Unsicherheit aus, ärgert sie und überschreitet mehrfach Grenzen.

Leider ist das etwas, das viele Kinder aus ihrem Schulalltag kennen.

Deshalb finde ich es grundsätzlich wichtig, dass solche Figuren auch in Kinderbüchern vorkommen. Sie bieten Gesprächsanlässe und zeigen, dass Ausgrenzung und Gemeinheiten leider Realität sind.

Was mich allerdings etwas gestört hat, war die fehlende Konsequenz für sein Verhalten.

Ich hätte mir gewünscht, dass Nils zumindest irgendwann Verantwortung für sein Handeln übernehmen muss. Gerade weil Kinder durch Geschichten oft auch Werte vermittelt bekommen, hätte ich diesen Aspekt schön gefunden. Vielleicht greift ein möglicher Folgeband das ja noch auf.

Auch bei Holly hätte ich mir persönlich eine etwas stärkere Entwicklung gewünscht.

Herr Pula unterstützt sie beim Rechnen und trotzdem hatte ich am Ende das Gefühl, dass sie selbst daraus noch etwas mehr hätte mitnehmen können. Vielleicht ist genau das aber bewusst offen gehalten, weil die Geschichte als Reihenauftakt gedacht ist und ihre Entwicklung erst nach und nach stattfinden soll.

Die schwarz-weißen Illustrationen passen wunderbar zur Geschichte und lockern den Text immer wieder auf. Sie greifen die lustigen Szenen schön auf und verleihen den Figuren zusätzlich Charakter. Gerade für Kinder, die den Übergang vom Vorlesen zum Selberlesen schaffen, ist das eine tolle Unterstützung.

„Holly, Herbert und die Fleischfresserpflanze“ ist ein herrlich verrücktes Kinderbuch, das mit einer außergewöhnlichen Idee, viel Humor und liebenswerten Figuren überzeugt. Hinter der schrägen Geschichte stecken Themen wie Freundschaft, Vorurteile, Mobbing, unterschiedliche Familienmodelle und der Mut, Menschen so anzunehmen, wie sie sind.

Nicht alles hat mich vollkommen überzeugt – besonders bei der Entwicklung von Holly und den Konsequenzen für Nils hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Trotzdem hatten wir beim Lesen jede Menge Spaß und mussten immer wieder lachen.

Wer originelle Kinderbücher mit einer großen Portion Fantasie und viel Herz mag, sollte Herrn Pula unbedingt kennenlernen. Wir sind jedenfalls gespannt, ob diese ungewöhnliche Truppe noch weitere Abenteuer erleben darf.


Disney geht bei uns einfach immer.

Egal ob gemütlicher Filmabend auf dem Sofa, ein Kinobesuch oder eine Vorleserunde am Abend – Disney begleitet unsere Familie schon seit vielen Jahren. Mit drei Kindern im Alter von vier, sieben und neun Jahren ist das natürlich auch gar nicht anders möglich. Jeder hat seine ganz eigenen Lieblingsfiguren. Unsere Jüngste liebt Vaiana, unser Siebenjähriger kann von Alles steht Kopf gar nicht genug bekommen und unser Großer fiebert inzwischen auch bei den neueren Disney-Geschichten gerne mit.

Deshalb war die Freude groß, als „Disney – Die neuesten Filmhits: Zum Vorlesen“ bei uns eingezogen ist.

Was mir direkt gefallen hat: Dieses Buch erzählt nicht einfach nur die Filme nach. Stattdessen erwarten einen viele zusätzliche Geschichten rund um die bekannten Figuren. Genau das macht das Buch für uns so besonders, denn obwohl wir viele der Filme bereits kennen, gab es hier noch jede Menge Neues zu entdecken.

Das Vorlesen haben wir ganz unterschiedlich gestaltet.

Manche Geschichten habe ich vorgelesen, bei anderen haben wir uns abgewechselt und bei Zoomania 2 wurde es sogar richtig kreativ. Dort sind die verschiedenen Rollen farblich gekennzeichnet, sodass wir die Geschichte mit verteilten Rollen gelesen haben. Das hat den Kindern unglaublich viel Spaß gemacht. Jeder wollte natürlich eine andere Figur übernehmen und plötzlich wurde aus einer einfachen Vorlesegeschichte fast schon ein kleines Theaterstück im Wohnzimmer.

Genau solche Ideen liebe ich.

Sie machen das gemeinsame Lesen noch lebendiger und sorgen dafür, dass alle mitmachen möchten.

Besonders schön fand ich, dass die Geschichten ganz unterschiedlich sind.

Einige sind herrlich witzig und bringen einen zum Schmunzeln. Andere erzählen kleine Abenteuer, die in den Filmen gar nicht vorkommen. Und wieder andere regen zum Nachdenken an und laden dazu ein, anschließend noch ein bisschen über das Gelesene zu sprechen.

Gerade diese Abwechslung sorgt dafür, dass das Buch auch nach mehreren Vorleserunden spannend bleibt.

Unsere absoluten Favoriten waren ganz klar die Geschichten aus Alles steht Kopf 2 und Vaiana 2.

Diese wollten die Kinder sogar mehrfach hören. Die Figuren sind ihnen einfach schon so ans Herz gewachsen, dass jede neue Geschichte sofort begeistert aufgenommen wurde.

Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen farbenfrohen Originalillustrationen. Auf nahezu jeder Seite gibt es etwas zu entdecken. Gerade unsere Vierjährige hat sich die Bilder oft noch lange angeschaut, während ihre Brüder schon weiterlesen wollten. Das Buch eignet sich dadurch nicht nur zum Vorlesen, sondern lädt auch einfach zum gemeinsamen Blättern und Entdecken ein.

Auch die Länge der einzelnen Geschichten finde ich sehr gelungen.

Keine ist zu lang, sodass sie sich wunderbar als Gute-Nacht-Geschichte eignen. Gleichzeitig sind sie aber lang genug, um eine richtige kleine Geschichte zu erzählen. Das macht das Buch unglaublich flexibel. Mal liest man nur eine Geschichte, mal bleiben wir gleich für zwei oder drei weitere Abenteuer sitzen.

Genau solche Sammelbände mag ich im Familienalltag besonders gerne.

Jedes Kind findet seine Lieblingsgeschichte, niemand muss lange warten und man kann je nach Zeit spontan entscheiden, welche Geschichte heute dran ist.

„Disney – Die neuesten Filmhits: Zum Vorlesen“ ist eine wunderschöne Sammlung für alle kleinen und großen Disney-Fans. Die Mischung aus bekannten Figuren, neuen Nebengeschichten und vielen farbenfrohen Illustrationen sorgt für abwechslungsreiche Vorlesemomente.

Besonders gefallen haben uns die Geschichten aus Alles steht Kopf 2, Vaiana 2 und das gemeinsame Lesen mit verteilten Rollen bei Zoomania 2

Wer Disney liebt und seinen Kindern neue Abenteuer mit ihren Lieblingsfiguren schenken möchte, findet hier eine liebevoll gestaltete Geschichtensammlung, die bei uns garantiert noch viele weitere Vorleseabende begleiten wird.


Das Meer – Ein wunderschönes Sachbilderbuch, das Kinder staunen lässt

Das Meer hat auf unsere Familie schon immer eine ganz besondere Anziehungskraft.

Vielleicht liegt es daran, dass wir unseren Urlaub am liebsten an der Nord- oder Ostsee verbringen. Vielleicht aber auch daran, dass meine drei Kinder – vier, sieben und neun Jahre alt – einfach unglaublich neugierig sind. Kaum entdecken sie am Strand eine Muschel, eine Qualle oder einen Krebs, geht das Fragen los: Wie heißt der? Wo lebt er? Warum sieht er so aus?

Genau deshalb liebe ich Bücher, die Wissen so vermitteln, dass Kinder gar nicht merken, wie viel sie eigentlich gerade lernen.

„Das Meer“ von Charlotte Milner gehört genau zu diesen Büchern.

Schon als wir es ausgepackt haben, war klar, dass hier etwas Besonderes auf uns wartet. Das handliche Querformat liegt angenehm in der Hand und schon das Cover macht Lust darauf, sofort loszublättern. Beim ersten Durchsehen blieb es allerdings nicht – wir saßen schnell alle gemeinsam auf dem Sofa und haben Seite für Seite entdeckt.

Was mir sofort aufgefallen ist, sind die wunderschönen Illustrationen.

Charlotte Milner hat einen ganz besonderen Zeichenstil. Die Bilder wirken modern und gleichzeitig ein bisschen nostalgisch durch den Retro-Look. Jede Seite ist unglaublich liebevoll gestaltet, ohne dabei überladen zu wirken. Stattdessen laden die Illustrationen dazu ein, ganz genau hinzusehen und immer wieder neue Details zu entdecken.

Unsere Vierjährige war sofort von den bunten Fischen begeistert und zeigte ständig auf neue Tiere. Mein Siebenjähriger wollte wissen, warum manche Fische so komische Formen haben. Und unser Neunjähriger blieb besonders lange bei den Tiefseebewohnern hängen. Vor allem der Vampirtintenfisch und der Pelikanaal sorgten für großes Staunen – und ehrlich gesagt musste selbst ich erst einmal genauer hinschauen.

Das Schöne an diesem Buch ist, dass es nicht einfach nur Fakten aneinanderreiht.

Die Informationen sind in kleine, leicht verständliche Abschnitte aufgeteilt und werden durch übersichtliche Infografiken ergänzt. Dadurch wirkt das Buch nie wie ein klassisches Sachbuch, sondern eher wie eine spannende Entdeckungsreise durch die Welt der Ozeane.

Man erfährt zum Beispiel, warum manche Fische fliegen können, welche Tiere besonders gut tanzen oder welche ungewöhnlichen Fähigkeiten verschiedene Meeresbewohner besitzen. Immer wieder gab es Momente, in denen eines meiner Kinder plötzlich sagte: “Das wusste ich ja gar nicht!” Genau solche Reaktionen liebe ich.

Besonders gut gefallen hat mir aber, dass das Buch nicht nur die Schönheit der Meere zeigt.

Es spricht auch behutsam wichtige Themen an, die unsere Ozeane betreffen.

Warum verschwinden Korallen?

Was passiert, wenn wir Menschen zu viele Fische fangen?

Warum steigt der Meeresspiegel?

Und weshalb sind manche Tiere inzwischen bedroht?

Diese Themen werden kindgerecht erklärt, ohne Angst zu machen. Stattdessen vermittelt das Buch etwas viel Wichtigeres: Verständnis.

Kinder lernen, warum unsere Meere schützenswert sind und welchen Einfluss wir Menschen auf dieses empfindliche Ökosystem haben.

Besonders schön fand ich die letzten Seiten.

Dort geht es nicht nur darum, welche Probleme es gibt, sondern auch darum, was jedes Kind selbst tun kann, um die Meere zu schützen.

Gerade das finde ich unglaublich wichtig.

Denn Kinder möchten helfen. Sie möchten verstehen, warum etwas passiert, und sie möchten wissen, dass auch kleine Schritte etwas bewirken können.

Genau das vermittelt dieses Buch auf eine sehr liebevolle und motivierende Weise.

Auch zum Vorlesen eignet sich das Buch wunderbar.

Wir haben immer wieder einzelne Doppelseiten gemeinsam angeschaut, die kurzen Texte gelesen und anschließend noch über die Bilder gesprochen. Dadurch entstanden ganz automatisch Gespräche über Tiere, Umwelt und unseren letzten Urlaub am Meer.

Für mich sind genau das die schönsten Sachbücher.

Sie liefern nicht einfach nur Wissen.

Sie wecken Neugier.

Sie bringen Kinder zum Staunen.

Und sie sorgen dafür, dass man gemeinsam ins Gespräch kommt.

„Das Meer“ ist ein wunderschön gestaltetes Sachbilderbuch, das Naturwissen auf eine außergewöhnlich anschauliche und kindgerechte Weise vermittelt. Die liebevollen Illustrationen, die übersichtlichen Infografiken und die leicht verständlichen Texte machen das Buch sowohl für Kindergartenkinder als auch für Grundschulkinder spannend.

Besonders gefallen hat mir die gelungene Mischung aus faszinierenden Fakten, beeindruckenden Bildern und wichtigen Informationen über den Schutz unserer Meere. Das Buch zeigt nicht nur, wie vielfältig und wunderschön die Unterwasserwelt ist, sondern vermittelt auch ganz nebenbei, warum sie unseren Schutz verdient.

Für uns ist „Das Meer“ ein Buch, das garantiert nicht nur einmal aus dem Regal geholt wird. Gerade vor dem nächsten Urlaub am Meer werden wir sicher wieder gemeinsam darin blättern – und ich bin mir sicher, dass wir dann den Strand mit ganz anderen Augen betrachten werden.


„Das Mörderarchiv – Tante Frances hat kein Herz für Mörder“

Es gibt Krimireihen, bei denen man sich jedes Mal aufs Neue freut, bekannte Figuren wiederzutreffen. Genau so geht es mir mit der Mörderarchiv-Reihe von Kristen Perrin. Das Besondere daran ist nach wie vor die ungewöhnliche Idee: Eine Frau, die eigentlich schon im ersten Band verstorben ist, begleitet die Geschichte trotzdem weiterhin. Ihr Archiv voller Geheimnisse und ihre alten Tagebücher spielen auch im dritten Band wieder eine entscheidende Rolle und verbinden Vergangenheit und Gegenwart auf spannende Weise.

Diesmal verschlägt es Annie nach London. Eigentlich möchte sie dort nur ihre Mutter Laura besuchen, die als Künstlerin lebt und arbeitet. Doch aus dem Familienbesuch wird schneller Ernst, als Annie lieb ist. Eine junge Kunststudentin, die bei ihrer Mutter gelebt hat, wird tot aufgefunden – und zwar auf alten Gemälden. Besonders grausam: Der jungen Frau wurde das Herz entfernt.

Schon dieser Einstieg macht neugierig und lässt einen sofort überlegen, was hinter diesem Mord steckt.

Natürlich bleibt es nicht bei diesem einen Verbrechen. Beim Stöbern in den Tagebüchern ihrer Tante Frances entdeckt Annie einen erschreckenden Zusammenhang. Jahrzehnte zuvor wurde eine Freundin von Frances auf nahezu dieselbe Weise ermordet.

Zufall?

Wohl kaum.

Und genau hier beginnt wieder das, was diese Reihe für mich ausmacht: Das geschickte Verknüpfen zweier Zeitebenen.

Während Annie im Hier und Jetzt versucht, den aktuellen Mord aufzuklären, begleiten wir Frances zurück in die Swinging Sixties. Dort lernen wir Vera und ihren Bruder Max kennen, beobachten, wie Frances immer tiefer in ein Netz aus Manipulation, Machtspielen und Geheimnissen gerät und erleben schließlich, wie sie selbst plötzlich unter Verdacht steht.

Ich mag diese Rückblicke grundsätzlich sehr, weil sie Frances auch nach ihrem Tod weiterhin zu einer wichtigen Figur der Reihe machen. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass dieser Handlungsstrang diesmal sehr viel Raum einnimmt.

Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die eigentliche Krimihandlung dadurch etwas ausgebremst wird.

Gerade zu Beginn brauchte die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu lange, bis sie richtig Fahrt aufgenommen hat.

Hinzu kommen die vielen Figuren.

Immer wieder tauchen neue Personen auf, andere verschwinden wieder und kaum jemand ist wirklich der, für den man ihn zunächst hält. Das passt zwar gut zu einem klassischen Whodunit-Krimi, verlangte mir diesmal aber deutlich mehr Konzentration ab als in den Vorgängern.

Auch die ständigen Wechsel zwischen Annie und Frances sorgten manchmal dafür, dass ich kurz überlegen musste, wo ich mich gerade befinde.

Die Tagebucheinträge selbst empfand ich dieses Mal übrigens etwas zwiespältig. Sie erfüllen zwar ihren Zweck und erzählen die Vergangenheit, wirkten auf mich aber weniger wie echte Tagebücher. Vielmehr sind sie ein erzählerisches Mittel, um beide Zeitebenen miteinander zu verbinden.

Trotzdem habe ich Annie wieder unglaublich gerne begleitet.

Sie gehört für mich zu den sympathischsten Hobbyermittlerinnen, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe. Gerade weil sie nicht perfekt ist. Sie stolpert in Fettnäpfchen, trifft nicht immer die klügsten Entscheidungen und zieht auch mal falsche Schlüsse. Genau dadurch wirkt sie menschlich und authentisch.

Auch das Zusammenspiel mit Kommissar Crane hat mir wieder gut gefallen. Diesmal ist er sogar persönlicher in den Fall verwickelt, wodurch die Ermittlungen noch einmal eine andere Dynamik bekommen.

Was Kristen Perrin nach wie vor besonders gut gelingt, ist ihr angenehmer Schreibstil.

Die Seiten lesen sich flüssig und leicht, sodass man trotz der komplexen Handlung immer weiterlesen möchte. Auch wenn die Spannung für mich nicht konstant hoch war, wollte ich natürlich wissen, wie die beiden Mordfälle zusammenhängen und welche Wahrheit sich am Ende hinter all den Geheimnissen verbirgt.

Und genau darin liegt für mich auch die größte Stärke des Buches.

Nicht die rasante Spannung steht im Vordergrund, sondern das Rätseln.

Immer wieder glaubt man, den Täter gefunden zu haben, nur um kurze Zeit später wieder alles infrage zu stellen.

Genau das macht den Reiz der Reihe aus.

Trotzdem habe ich mich am Ende gefragt, wie viel Potenzial das Mörderarchiv noch bietet. Die Grundidee ist außergewöhnlich und hat mich von Anfang an begeistert. Nach drei Bänden stellt sich aber langsam die Frage, wie viele Verbrechen aus Frances’ Vergangenheit noch glaubwürdig mit aktuellen Fällen verknüpft werden können.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass ich genug von Annie habe.

Ganz im Gegenteil.

Sollte ein vierter Band erscheinen, werde ich ihn mit Sicherheit wieder lesen.

„Das Mörderarchiv – Tante Frances hat kein Herz für Mörder“ ist eine solide Fortsetzung einer Reihe, die vor allem durch ihre außergewöhnliche Grundidee und ihre sympathische Hauptfigur lebt. Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart funktioniert erneut gut, auch wenn die Geschichte diesmal etwas mehr Zeit braucht, um richtig in Schwung zu kommen.

Wer die ersten beiden Bände mochte, wird sich auch über dieses Wiedersehen mit Annie und Frances freuen. Für mich erreicht der dritte Teil zwar nicht ganz die Spannung seiner Vorgänger, trotzdem hatte ich schöne Lesestunden und freue mich schon jetzt darauf, falls Annie eines Tages wieder ein neues Geheimnis aus dem Archiv ihrer Tante ans Licht bringt.