Schisser und ich 2: Donnerwetter – Eine Geschichte über Angst, Mut und echte Freundschaft

Wenn Kinderbücher über Mut erzählen, geht es oft um große Heldentaten. Um Kinder, die scheinbar furchtlos sind, jedes Abenteuer bestehen und sich vor nichts fürchten.

Das echte Leben sieht meistens anders aus.

Denn Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben.

Mut bedeutet, etwas zu tun, obwohl man Angst hat.

Und genau das zeigt Schisser und ich 2: Donnerwetter von Frank Schmeißer auf eine wunderbar warmherzige, ehrliche und gleichzeitig unglaublich lustige Weise.

Jakob und die Sache mit der Angst

Im Mittelpunkt steht wieder Jakob.

Und Jakob hat Angst.

Vor vielen Dingen sogar.

Deshalb trägt sein Stoffhase auch nicht ohne Grund den Namen Schisser.

Schon im ersten Band konnte man Jakob dabei begleiten, wie er mit seinen Sorgen und Unsicherheiten umgeht. Doch auch in diesem zweiten Abenteuer wird ihm das Leben nicht gerade leichter gemacht.

Seine Mama fliegt ans andere Ende der Welt.

Sein Papa bricht sich beim Fahrradfahren das Bein.

Und als wäre das alles noch nicht genug, zieht auch noch ein gewaltiges Gewitter auf.

Für viele Kinder wäre das schon eine ganze Menge.

Für Jakob, der ohnehin nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt, fühlt es sich schnell an wie das Ende der Welt.

Eine Figur, die Kindern aus der Seele spricht

Was ich an dieser Reihe so mag, ist die Ehrlichkeit.

Jakob ist kein typischer Kinderbuchheld, der alles kann und immer die richtigen Antworten parat hat.

Er zweifelt.

Er sorgt sich.

Er macht sich Gedanken.

Und genau deshalb wirkt er so nahbar.

Viele Kinder kennen diese Gefühle. Die Angst vor Veränderungen. Die Sorge, dass etwas schiefgehen könnte. Dieses Gedankenkarussell, das manchmal einfach nicht stillstehen möchte.

Jakob zeigt, dass man trotzdem seinen Weg gehen kann.

Nicht perfekt.

Nicht immer mutig.

Aber Schritt für Schritt.

Die Phönix-Bande – Freundschaft, wie sie sein sollte

Besonders schön finde ich die Rolle der Phönix-Bande.

Denn hier geht es nicht darum, wer am stärksten, mutigsten oder coolsten ist.

Hier darf jeder so sein, wie er ist.

Mit seinen Stärken.

Mit seinen Schwächen.

Mit seinen Ängsten.

Und genau das macht diese Freundschaft so besonders.

Die Kinder unterstützen sich gegenseitig, hören einander zu und stehen füreinander ein.

Gerade in einer Zeit, in der viele Kinder ständig das Gefühl haben, etwas leisten oder beweisen zu müssen, finde ich diese Botschaft unglaublich wertvoll.

Humor trotz großer Gefühle

Obwohl das Buch wichtige Themen anspricht, wird es nie schwer oder traurig.

Ganz im Gegenteil.

Frank Schmeißer schafft es, ernste Gefühle mit einer großen Portion Humor zu verbinden.

Immer wieder musste ich beim Lesen schmunzeln.

Die Dialoge sind witzig, die Situationen oft herrlich chaotisch und Jakobs Gedanken sorgen regelmäßig für kleine Lacher.

Genau diese Mischung macht das Buch so angenehm.

Es nimmt Kinder ernst, ohne sie zu belasten.

Wundervolle Illustrationen

Dazu kommen die Illustrationen von Melanie Garanin, die perfekt zur Geschichte passen.

Der lockere Cartoon-Stil bringt die Figuren wunderbar zum Leben und unterstreicht die humorvollen Momente genauso wie die emotionalen Szenen.

Die Bilder lockern den Text auf und machen das Buch besonders zugänglich – auch für Kinder, die sich beim Lesen noch etwas schwertun.

Eine wichtige Botschaft ohne erhobenen Zeigefinger

Was mir am Ende besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist die zentrale Botschaft des Buches:

Es ist völlig in Ordnung, Angst zu haben.

Man muss nicht immer mutig wirken.

Man muss nicht alles sofort schaffen.

Und manchmal sind die größten Erfolge die kleinen Schritte, die niemand außer einem selbst bemerkt.

Genau das vermittelt die Geschichte auf eine ganz natürliche Weise.

Ohne Belehrungen.

Ohne erhobenen Zeigefinger.

Einfach durch die Erlebnisse ihrer Figuren.

Schisser und ich 2: Donnerwetter ist eine warmherzige, lustige und gleichzeitig unglaublich wichtige Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und die vielen kleinen Schritte, aus denen Mut entsteht.

Jakob ist eine Figur, in der sich viele Kinder wiederfinden können. Seine Ängste machen ihn nicht schwach, sondern menschlich. Und genau das macht dieses Buch so besonders.

Mit viel Humor, liebenswerten Figuren und einer großen Portion Herz erzählt Frank Schmeißer eine Geschichte, die Mut macht, ohne ständig von Mut zu sprechen.

Ein wunderbares Kinderbuch für Mädchen und Jungen ab etwa 8 Jahren – und für alle, die manchmal selbst ein bisschen Schisser sind.