Wer von euch liebt die Serie „Weihnachten zu Hause“ auf Netflix genauso sehr wie ich?
Ich bin seit Staffel 1 dabei – und jedes Jahr fühlt es sich ein bisschen so an, als würde man alte Bekannte wiedersehen. Diese Serie hat mich von Anfang an abgeholt, weil sie etwas schafft, was gar nicht so selbstverständlich ist: Sie zeigt die Weihnachtszeit nicht nur kitschig und perfekt, sondern ehrlich, manchmal unangenehm nah und trotzdem warm.
Gerade in der ersten Staffel habe ich diesen Druck so gespürt, den man als Single kurz vor Weihnachten kennt. Dieses Gefühl, dass alle um einen herum scheinbar längst „angekommen“ sind, während man selbst versucht, sich nicht als einzige einsame Person unter dem Weihnachtsbaum zu fühlen. Die Serie hält einem da einen Spiegel vor – ohne zu verurteilen. Ich finde, sie macht feinfühliger. Sie zeigt, wie sehr Erwartungen von außen und von uns selbst diese Zeit belasten können. Und genau das macht sie so besonders.Und dann Staffel 3. Ich sag’s, wie es ist: Ich fand sie grandios. Wirklich.
Eine Frau, die sich von ihrer großen Liebe trennt, weil sie unterschiedliche Vorstellungen vom Kinderwunsch haben? Das ist mutig, ehrlich und unglaublich zeitgemäß. Kein Drama um jeden Preis, kein „Liebe überwindet alles“, sondern eine Entscheidung, die weh tut, aber notwendig ist. Genau solche Geschichten fehlen oft – gerade rund um Weihnachten, wo alles immer harmonisch sein soll.
Dazu diese endlosen Dates. Manche hoffnungsvoll, viele einfach nur… schwierig. Und ja, auch ziemlich viele Deppen. Diese Mischung aus Hoffnung, Frust, Fremdscham und dem inneren Wunsch, einfach aufzustehen und zu gehen – ich glaube, jede von uns erkennt sich da irgendwo wieder. Und dann dieser ständige Spagat: Familie, Arbeit, Erwartungen, Selbstzweifel. Und nebenbei soll man bitte auch noch die große Liebe finden. Am besten bis Heiligabend. Klar.
Und können wir bitte über diesen Ort sprechen? Dieses Dorf, diese Stadt, dieses norwegische Weihnachtsgefühl. Ich versuche ernsthaft, meinen Mann davon zu überzeugen, auszuwandern. Schnee! Mir fehlt Schnee. Allein das wäre schon ein Argument. Dort wirkt alles so viel geerdeter, ruhiger, achtsamer. Kerzen gießen, Freiluftkino, mit dem Tretschlitten durch den Schnee fahren – ich sehe mich da total. Während ich das geschaut habe, war ich innerlich schon beim Packen der Umzugskartons.
Ich habe Staffel 3 tatsächlich heute Nacht komplett durchgesuchtet. Die erste Nacht seit zwei Wochen ohne krankes Kind neben mir. Vielleicht hat sich die Serie deshalb noch intensiver angefühlt. Vielleicht aber auch, weil sie diesmal anders war. In den vorherigen Staffeln gab es viel Spice, viel knisternde Spannung. Diese Staffel? Fast gar nichts davon. Und wisst ihr was? Sie ist trotzdem – oder gerade deshalb – eine glatte 10/10 für mich.
Weil sie zeigt, dass Nähe nicht immer laut sein muss. Dass Liebe viele Formen hat. Dass Entscheidungen schwer sein dürfen. Und dass Weihnachten nicht perfekt sein muss, um sich echt anzufühlen.
Falls ihr also noch auf der Suche nach Inspiration für Weihnachtsserien oder -filme seid: Schaut euch „Weihnachten zu Hause“ an. Am besten mit einer Decke, einer Tasse Tee und ohne Erwartungsdruck. Vielleicht bleibt am Ende nicht nur ein wohliges Gefühl – sondern auch ein bisschen Mut, die eigenen Wege zu gehen.
