Amma kann nicht einschlafen – Ein Bilderbuch, das nicht nur Kinder zum Schmunzeln bringt

Es gibt Kinderbücher, die sind einfach niedlich.

Und dann gibt es Kinderbücher, bei denen man schon nach den ersten Seiten denkt: Warum ist eigentlich vorher niemand auf diese Idee gekommen?

Genau dieses Gefühl hatte ich bei „Amma kann nicht einschlafen“.

Schon das Cover hat uns sofort angesprochen. Es strahlt so viel Wärme aus und der Titel machte uns direkt neugierig. Gerade bei uns zu Hause passt das Thema im Moment einfach perfekt. Mit drei Kindern im Alter von vier, sieben und neun Jahren kennen wir die unterschiedlichsten Einschlafphasen. Die Großen schlafen inzwischen meist problemlos ein, aber unsere Vierjährige braucht abends oft noch ganz viel Nähe. Deshalb war ich besonders gespannt, welche Geschichte sich hinter diesem Buch verbirgt.

Und was soll ich sagen?

Ich musste beim Vorlesen mehr als einmal schmunzeln.

Denn dieses Buch dreht den Spieß einfach komplett um.

Normalerweise sind es doch die Eltern, die noch ein Glas Wasser holen, eine Geschichte vorlesen, die Decke richten, ein Lied singen oder noch schnell nachsehen, ob wirklich kein Monster unter dem Bett wohnt.

Hier ist alles genau andersherum.

Amma möchte eigentlich nur eins: endlich in Ruhe schlafen.

Das Problem ist allerdings nicht sie selbst, sondern ihre Eltern.

Im Elternbett ist es nämlich alles andere als gemütlich. Papa schnarcht laut, Mama hat eiskalte Füße und von einer entspannten Nacht kann wirklich keine Rede sein. Also fasst Amma einen Entschluss, der für sie völlig logisch erscheint: Sie zieht mit ihrer treuen Kuscheltier-Mannschaft in ihr eigenes Bett.

Eigentlich die perfekte Lösung.

Oder?

Nicht für Mama und Papa.

Denn plötzlich sind ausgerechnet die Eltern diejenigen, die sich nur schwer damit abfinden können. Kaum liegt Amma gemütlich in ihrem Bett, stehen sie schon wieder in der Tür. Mal bringen sie noch ein Glas Milch, dann fehlt plötzlich die Gute-Nacht-Geschichte oder eine zusätzliche Decke.

Jedes Mal, wenn Amma kurz davor ist einzuschlafen, tauchen ihre Eltern wieder auf.

Diese vertauschten Rollen sind einfach herrlich erzählt.

Während meine Kinder die Geschichte unglaublich lustig fanden, musste ich immer wieder denken: Eigentlich steckt da ziemlich viel Wahrheit drin.

Denn manchmal fällt das Loslassen den Eltern tatsächlich schwerer als den Kindern.

Wenn ein Kind plötzlich sagt: “Ich möchte jetzt alleine in meinem Bett schlafen”, dann ist das einerseits ein wunderschöner Entwicklungsschritt.

Andererseits merkt man in genau diesem Moment, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht.

Plötzlich braucht dieses kleine Wesen einen ein Stück weniger.

Und genau das kann ganz schön emotional sein.

Ich musste beim Lesen mehrfach schmunzeln, aber auch kurz schlucken.

Denn obwohl ich weiß, dass Kinder groß werden, bin ich ehrlich: Ich habe mich mit dem Gedanken noch gar nicht richtig angefreundet, dass unsere Kleinste irgendwann ganz selbstverständlich jede Nacht alleine in ihrem Bett schläft.

Dieses Buch hat mir tatsächlich noch einmal gezeigt, dass es manchmal gar nicht die Kinder sind, die bereit sein müssen.

Sondern wir Eltern.

Besonders schön fand ich, dass die Geschichte dabei nie kitschig oder belehrend wird.

Sie erzählt mit ganz viel Humor und Leichtigkeit von einem Thema, das wahrscheinlich in fast jeder Familie irgendwann eine Rolle spielt.

Die Illustrationen haben uns ebenfalls sofort begeistert. Sie sind unglaublich liebevoll gestaltet und unterstreichen den warmen, familiären Charakter der Geschichte perfekt. Es gibt auf jeder Seite kleine Details zu entdecken und unsere Tochter hat sich die Bilder immer wieder ganz genau angeschaut.

Das Ende war dann irgendwie perfekt.

Nachdem wir das Buch zugeschlagen hatten, kuschelte sich unsere Vierjährige an mich und sagte ganz leise:

“Mama, können wir heute zusammen in meinem Bett schlafen?”

Mehr muss ich über die Wirkung dieses Buches eigentlich gar nicht erzählen.

Es hat uns nicht nur zum Lachen gebracht, sondern auch zum Nachdenken.

Und genau das macht für mich ein richtig gutes Bilderbuch aus.

Es erzählt nicht einfach nur eine Geschichte.

Es schafft gemeinsame Momente.

Es regt Gespräche an.

Und manchmal hält es uns Erwachsenen ganz unauffällig den Spiegel vor.

„Amma kann nicht einschlafen“ ist weit mehr als ein klassisches Gute-Nacht-Bilderbuch. Es erzählt mit viel Witz und ganz viel Herz davon, dass das Großwerden manchmal für Eltern mindestens genauso aufregend ist wie für ihre Kinder.

Die vertauschten Rollen sorgen für viele lustige Momente, während zwischen den Zeilen eine wunderschöne Botschaft über Nähe, Loslassen und Familienleben steckt. Zusammen mit den liebevollen Illustrationen entsteht eine Geschichte, die Kinder begeistert und Eltern mitten ins Herz trifft.

Für mich gehört dieses Buch zu den schönsten Bilderbüchern rund um das Thema Einschlafen. Nicht nur, weil wir beim Vorlesen viel gelacht haben, sondern weil es uns als Familie noch lange nach dem Zuklappen beschäftigt hat.

Eine ganz klare Herzensempfehlung – für Kinder, die langsam flügge werden, und für Eltern, die lernen dürfen, sie ein kleines Stück loszulassen.