K-Pop, eine ziemlich harte Talentschule, jede Menge Konkurrenz und dann auch noch Dämonen? Ich glaube, viel passender hätte ein Kinderbuch bei uns gerade kaum einziehen können. Meine Kids lieben K-Pop und den Film haben wir inzwischen so oft gesehen, dass wir ihn gefühlt fast auswendig können. Dementsprechend war natürlich sofort Interesse da, als „K-Pop Academy 1: Tanz der Dämonen“ von Mina Finch bei uns eingezogen ist. K-Pop trifft hier auf eine geheimnisvolle Academy und ziemlich düstere Dämonen – das klang direkt nach einer Mischung, die bei uns funktionieren könnte.
Im Mittelpunkt steht Hana, für die ein riesiger Traum wahr wird: Sie bekommt einen der begehrten Plätze an einer K-Pop Academy in Seoul und kommt damit ihrem Wunsch, irgendwann selbst als Idol auf der Bühne zu stehen, plötzlich ein gewaltiges Stück näher.
Doch schnell wird klar, dass hinter all dem Glitzer, den coolen Outfits und den großen Bühnenträumen ziemlich viel Arbeit steckt. Das Training ist hart, der Konkurrenzdruck groß und ständig muss Hana zeigen, was in ihr steckt. Singen, Tanzen, Choreografien lernen und dabei möglichst perfekt abliefern – das kann ganz schön an die Substanz gehen.
Und genau hier wird die Geschichte richtig interessant. Denn Hana kämpft nicht nur mit dem normalen Druck an der Academy. In der Schule stimmt etwas ganz gewaltig nicht. Dunkle Wesen treiben dort ihr Unwesen und ausgerechnet die Ängste und Selbstzweifel der Schülerinnen und Schüler spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Ich fand die Idee richtig cool, weil dadurch zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinandertreffen. Auf der einen Seite haben wir diesen bunten K-Pop-Kosmos mit Musik, Tanz, Training und dem Traum von der großen Bühne. Auf der anderen Seite wird es plötzlich düster und geheimnisvoll. Zusammen mit ihren neuen Freundinnen Nari und Tae muss Hana deshalb irgendwann nicht mehr nur beim Training bestehen, sondern sich einer ganz anderen Herausforderung stellen.
Und ich muss wirklich sagen: Gerade diese Mischung kam bei uns richtig gut an. K-Pop funktioniert hier nicht einfach nur als hübsche Kulisse, sondern zieht sich durch die ganze Geschichte. Gleichzeitig bringen die Dämonen Spannung und ein bisschen Gänsehaut hinein. Dadurch ist „K-Pop Academy 1: Tanz der Dämonen“ eben nicht nur eine Geschichte über Musik, Tanz und Freundschaft, sondern bekommt noch einmal einen ganz anderen Dreh.
Was mir außerdem besonders gut gefallen hat, ist Hana selbst. Sie ist keine Heldin, die an der Academy ankommt und sofort alles perfekt beherrscht. Sie zweifelt an sich und hat Angst davor, nicht gut genug zu sein. Und ich glaube, dass gerade Kinder dieses Gefühl ziemlich gut nachvollziehen können.
Man muss schließlich nicht auf einer K-Pop-Bühne stehen, um sich mit anderen zu vergleichen. In der Schule, beim Sport oder bei anderen Hobbys passiert das schnell. Jemand kann etwas scheinbar besser, ist schneller oder wirkt viel selbstbewusster – und schon fragt man sich, ob man selbst überhaupt mithalten kann. Dass ausgerechnet diese Unsicherheiten innerhalb der Geschichte eine so große Bedeutung bekommen, fand ich schön gemacht. Die Botschaft ist da, ohne dass das Buch Kindern ständig erklären möchte, was sie daraus lernen sollen.
Gleichzeitig bekommt Hana mit Nari und Tae Freundinnen an ihre Seite und genau dieser Zusammenhalt wird im Laufe der Geschichte wichtig. Zwischen Training und den unheimlicheren Ereignissen gibt es deshalb auch leichtere Momente rund um Freundschaft, gemeinsames Essen oder Outfits. Das lockert die Geschichte schön auf und bringt dieses typische Academy-Gefühl hinein.
Bei uns wurde natürlich besonders alles rund um K-Pop genau unter die Lupe genommen. Und ich finde es tatsächlich schön, dass das Thema hier nicht nur bei einem Kind funktioniert. Auch die Jungs sind voll dabei. K-Pop ist eben längst nicht nur etwas für Mädchen – und genauso würde ich auch dieses Buch nicht ausschließlich in die Schublade „Mädchenbuch“ stecken. Wer Musik, Action, Mystery und ein bisschen Grusel mag, kann mit der Geschichte genauso viel Spaß haben.
Sehr gut zur Zielgruppe passt für mich auch das Erzähltempo. Die Kapitel sind kurz, es gibt viele Szenenwechsel und die Handlung kommt schnell voran. Es dauert nicht ewig, bis etwas passiert. Gerade bei Kindern, die normalerweise nicht freiwillig ein dickes Buch verschlingen, finde ich das immer hilfreich. Ein kurzes Kapitel wirkt einfach machbarer – und wenn am Ende schon die nächste spannende Situation wartet, wird aus „nur noch ein Kapitel“ schnell ein bisschen mehr.
Natürlich bedeutet das hohe Tempo gleichzeitig, dass nicht jede Figur und jeder Hintergrund bis ins kleinste Detail ausgearbeitet werden kann. An manchen Stellen hätte man durchaus noch etwas länger verweilen können. Für mich passt die schnelle Erzählweise aber zu diesem Buch. Die Geschichte soll Spaß machen, Spannung erzeugen und sich leicht weglesen lassen – und genau das funktioniert.
Ein richtig cooles Extra wartet dann noch im Buch: Über einen QR-Code kann man den eigenen Titelsong der K-Pop Academy anhören. Und ganz ehrlich – bei einem Buch rund um K-Pop ist das natürlich eine richtig passende Idee. Musik und Tanz werden dadurch nicht nur beschrieben, sondern man bekommt tatsächlich etwas auf die Ohren. Gerade für Kids, die K-Pop sowieso feiern, macht das die ganze Academy-Idee noch ein bisschen greifbarer.
Was mir an dem Reihenauftakt insgesamt gefällt: Mina Finch verlässt sich nicht nur auf K-Pop, Glitzer und Dämonen. Hinter der ganzen Action stecken auch Freundschaft, Leistungsdruck, Selbstzweifel, Mut und Zusammenhalt. Gerade Hanas Angst, vielleicht nicht gut genug zu sein, gibt der Geschichte noch etwas mit, das viele Kinder aus ihrem eigenen Alltag kennen dürften.
Für mich ist „K-Pop Academy 1: Tanz der Dämonen“ deshalb ein richtig schöner Buchtipp für Kids ab etwa zehn Jahren, die K-Pop lieben und gerne Geschichten lesen, in denen ordentlich etwas passiert. Aber auch Fans von Mystery, Schulgeschichten, Freundschaft und Fantasy könnten hier genau richtig sein. Die kurzen Kapitel und das hohe Tempo machen das Buch außerdem interessant für Kinder, denen sehr lange Kapitel und ausführliche Beschreibungen schnell die Lust am Lesen nehmen.
Bei uns hat die Kombination aus K-Pop-Feeling, Academy-Alltag und dämonischer Gefahr jedenfalls ziemlich genau einen Nerv getroffen. Vielleicht hatte das Buch durch unser derzeitiges K-Pop-Fieber einen kleinen Heimvorteil – aber den darf es gerne haben.
Und nach diesem Auftakt bin ich definitiv neugierig, was Hana, Nari und Tae im nächsten Band noch erwartet.