Die Marsupilamis 1: Die Legende der Marsus – Kindheitserinnerung trifft auf neues Abenteuer

Kennt ihr eigentlich noch die Marsupilamis?

Ich musste ehrlich gesagt keine Sekunde überlegen, als ich dieses Buch gesehen habe. Sofort waren da Erinnerungen an meine eigene Kindheit. Diese gelben, wilden Wesen mit ihren unglaublich langen Schwänzen gehörten für mich einfach dazu – und umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie jetzt wieder da sind und eine ganz neue Generation sie entdecken kann.

„Die Marsupilamis 1: Die Legende der Marsus“ von Amanda Deibert, illustriert von Goum, war deshalb bei uns schon allein aus nostalgischen Gründen ein kleines Highlight.

Und ich muss sagen: Es macht erstaunlich viel Spaß, Figuren aus der eigenen Kindheit plötzlich gemeinsam mit den eigenen Kindern wiederzuentdecken.

Im Mittelpunkt stehen die neunjährigen Zwillinge Jade und Mica. Ihr Leben wird ziemlich auf den Kopf gestellt, als ihnen gleich drei junge Marsupilamis anvertraut werden: Hope, Twister und Punch.

Und wer die Marsupilamis kennt, kann sich wahrscheinlich schon denken, dass „aufpassen“ hier nicht bedeutet, dass die drei gemütlich in irgendeiner Ecke sitzen und warten.

Ganz im Gegenteil.

Die drei wollen entdecken, ausprobieren und natürlich am liebsten sofort die ganze Stadt unsicher machen. Das sorgt ziemlich schnell für jede Menge Chaos.

Dabei könnte das Trio unterschiedlicher kaum sein. Hope ist eher sanft und fürsorglich, Twister strotzt nur so vor Energie und guter Laune und Punch hat seinen ganz eigenen Kopf. Gerade diese unterschiedlichen Persönlichkeiten machen die drei unglaublich sympathisch und sorgen dafür, dass jeder schnell seinen eigenen Favoriten findet.

Doch hinter all dem Spaß steckt natürlich auch ein echtes Problem.

Die Marsupilamis dürfen keinesfalls entdeckt werden, denn ihnen sind Menschen auf der Spur, die alles andere als gute Absichten haben. Jade und Mica müssen ihre neuen Freunde deshalb nicht nur irgendwie im Zaum halten, sondern gleichzeitig dafür sorgen, dass niemand erfährt, dass die drei überhaupt bei ihnen sind.

Und genau daraus entsteht eine schöne Mischung aus Abenteuer, Action und ganz viel Humor.

Bei uns kam besonders gut an, dass eigentlich ständig etwas passiert. Die Geschichte verliert sich nicht in langen Erklärungen, sondern bleibt flott und lebendig. Gerade für Kinder, die gerne Comics lesen oder bei sehr textlastigen Büchern schnell die Lust verlieren, finde ich das richtig gelungen.

Die Illustrationen von Goum passen perfekt dazu.

Sie sind bunt, dynamisch und transportieren die Energie der Marsupilamis richtig gut. Man sieht ihnen förmlich an, dass sie keinen Moment stillsitzen können. Oft erzählen die Bilder noch einmal zusätzlich zur eigentlichen Handlung weiter und laden dazu ein, die Seiten ganz genau anzuschauen.

Für meine Kinder war genau das ein großer Pluspunkt.

Mit drei Kindern im Alter von vier, sieben und neun Jahren haben wir hier natürlich wieder ganz unterschiedliche Leser. Während unsere Vierjährige vor allem die Marsupilamis auf den Bildern bestaunt hat, konnten die beiden Großen der Handlung schon richtig gut folgen. Mein Siebenjähriger fand vor allem das Chaos lustig, das die drei ständig veranstalten, und unser Neunjähriger mochte die spannenderen Momente, in denen Jade und Mica versuchen müssen, ihre neuen Freunde zu beschützen.

Ich selbst hatte beim Lesen wahrscheinlich noch einmal einen ganz anderen Spaß daran.

Denn für mich war es eben nicht nur irgendeine neue Geschichte.

Es war dieses kleine Wiedersehen mit Figuren, die mich selbst als Kind begleitet haben. Und ich finde es immer besonders schön, wenn solche Geschichten nicht einfach nur neu aufgelegt werden, sondern so weiterentwickelt werden, dass sie auch für Kinder heute funktionieren.

Genau das gelingt hier ziemlich gut.

Die Geschichte fühlt sich modern an, ohne den Charme der Marsupilamis zu verlieren. Ihre Wildheit, ihre Neugier und natürlich diese unverwechselbaren langen Schwänze sind sofort wieder da.

Dabei steckt zwischen all dem Chaos auch eine schöne Botschaft.

Jade und Mica übernehmen Verantwortung. Sie müssen zusammenhalten, Vertrauen aufbauen und lernen, dass Freundschaft manchmal auch bedeutet, für jemanden einzustehen, wenn es schwierig wird.

Das wird nicht groß erklärt oder mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern ergibt sich ganz selbstverständlich aus der Handlung.

Und genau so mag ich es bei Kinderbüchern am liebsten.

Für jüngere Leser ist das Buch außerdem ein schöner Einstieg in die Welt der Marsupilamis. Man muss keine alten Geschichten kennen und braucht auch keinerlei Vorwissen. Wer die Figuren dagegen schon aus der eigenen Kindheit kennt, bekommt zusätzlich noch eine ordentliche Portion Nostalgie dazu.

„Die Marsupilamis 1: Die Legende der Marsus“ ist ein turbulenter, lustiger und wunderbar lebendiger Auftakt, der Abenteuer, Freundschaft und jede Menge Chaos miteinander verbindet.

Hope, Twister und Punch sind drei herrlich unterschiedliche Charaktere, die man schnell ins Herz schließt, und Jade und Mica sind sympathische Begleiter für dieses außergewöhnliche Abenteuer.

Für Kinder ab etwa sechs Jahren, die Comics, Action und verrückte Tierfiguren lieben, ist das Buch eine richtig schöne Empfehlung.

Und für Eltern, die die Marsupilamis noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen, gibt es obendrauf dieses wunderbare Gefühl, plötzlich etwas weitergeben zu können, das man früher selbst geliebt hat.

Bei uns steht jedenfalls fest: Wir freuen uns sehr, dass die Marsupilamis zurück sind – und auf weitere Abenteuer mit diesem herrlich chaotischen Trio. 🐾💛