Ein Wiedersehen mit Sörensen

 *Werbung - Rezensionsexemplar*

Für mich ist der Autor eine absolute Ausnahme, ich hätte es kaum für möglich gehalten, aber Sven Stricker ist ein Autor der immer besser wird. Normalerweise werden die Autoren Buch für Buch schlechter, aber dieser Roman ist einer seiner besten. Drei Tage pures Lesevergnügen. Es handelt sich hierbei um den vierten Band, wie immer kann man problemlos einsteigen, aber dennoch empfehle ich immer mit Band 1 zu beginnen.

Sörensen sieht Land‘, geschrieben von Sven Stricker und erschienen im Rowohlt Taschenbuch.

https://www.rowohlt.de/buch/sven-stricker-soerensen-sieht-land-9783499009518

In Katenbüll gibt es nicht viel zu feiern. Umso schlimmer, als ausgerechnet das Jubiläumsfest des Einkaufszentrums ein jähes, gewaltsames Ende nimmt: Ein Auto rast in die Menschenmenge. Es gehört einem alten Bekannten von Sörensen – dem Ex-Praktikanten und Kriminalkommissaranwärter Malte Schuster. Sörensen hat Zweifel an der vermeintlich klaren Lage des Falls - und viele Fragen. Wieder einmal begibt er sich in düstere Gefilde …

Wenn man Sörensens Kampf gegen seine Angststörung und seine Art sich auszudrücken mag (er schafft es manchmal zur falschen Zeit mit den falschen aber treffenden Worten herauszuplatzen) , wird man auch den vierten Band dieser Reihe mit Begeisterung lesen. Das Verbrechen der Welt ist nun im kleinen beschaulichen Katenbüll angekommen. Wer rechnet denn in der Provinz schon mit einer Amokfahrt. Dass ausgerechnet Malte Schuster am Steuer gesessen haben soll, ist schier unglaublich. Da kann man sofort verstehen, dass Sörensen in diesem Fall besonders gründlich sein will, schließlich war Malte als Praktikant eine Bereicherung fürs Revier. Da kann er nicht so schnell vom Ermittler zum Täter geworden sein. Sehr spannend und in manchen Bereichen auch berührend gestaltet sich der weitere Verlauf. Wenn man selbst aus einem kleinen Ort kommt, weiß man, dass es dort auch alles gibt, wie in einer Stadt eben auch. Mag sein, es fällt mehr auf, weil eben weniger Leute da sind. So einen erschreckenden und schrecklichen Vorfall wie eine Amokfahrt möchte man nie erleben müssen. Kein Wunder, dass Sörensen mit dem Fall hadert, er ist einfach sehr nah dran.

Sörensen lässt einen in einem Moment lauf auflachen nur um dafür zu sorgen, dass einem im nächsten Moment das Lachen im Halse stecken bleibt. In diesem spannenden Fall hofft man, dass es die Guten sind, die zuletzt lachen.

Feinster Humor, Schreibstil, Spannung, Charaktere und dauernd habe ich den Schauspieler Bjarne Mädel vor Augen. Er passt perfekt zu Sörensen und ich freue mich schon sehr auf weitere Verfilmungen und natürlich auf den 5. Sörensen-Band.

Es gibt Krimiautoren, die schreiben zu ernst oder zu witzig, Stricker kann beides und es ist nie zu viel. Wo andere Autoren mit Alltagsbanalitäten ihren Figuren Leben einzuhauchen versuchen, flechtet Stricker sie so gekonnt und mit ausreichend Konfliktpotential in die Gesamthandlung ein, dass selbst ( oder gerade) diese neben aller Situationskomik einen ungeahnten Tiefgang bekommen.

Eine absolute Leseempfehlung!