Ihr kennt das: Manchmal entdeckt man ein Buch und denkt sich „Oh, das klingt ja super!“ – und dann sitzt man da, klappt es nach der letzten Seite zu und fragt sich: Hä?!
Genau so ging es uns mit ‚So ein toller Hecht‘ von Charlotte Habersack, illustriert von Horst Hellmeier. Die Geschichte? Zwei Welten, eine Lektion – oben auf dem Weiher paddeln ein großer und ein kleiner Bär, unten im Wasser schwimmt ein erfahrener, aber leicht genervter Hecht, der den kleinen Fischen versucht, das Leben zu erklären. Klingt eigentlich nach einer netten Story über Selbstbewusstsein und Lernen durch Erfahrung, oder? Joa … dachten wir auch.
Schöne Optik, fragwürdige Message
Erstmal das Positive: Die Illustrationen sind wirklich toll! Mit kräftigem Blau und Grün werden die zwei Welten – über und unter Wasser – perfekt voneinander abgegrenzt. Dazu gibt es unter Wasser jede Menge süße Details zu entdecken. Visuell ist das Buch definitiv ein Hingucker.
Aber dann … kommt die Geschichte. Beziehungsweise das, was davon übrig ist. Denn Text gibt es hier eher in homöopathischen Dosen. Das bedeutet für den Vorlesenden: Kreativität ist gefragt! Wer eine lebendige Geschichte erzählen will, muss ordentlich improvisieren, weil die paar Sätze nicht ausreichen, um echte Spannung oder Emotionen aufzubauen.
Und dann kommt das Ende. Oh Junge.
„Survival of the Fittest“ – Kinderedition
Stellt euch vor, ihr lest eine Geschichte, entwickelt Mitgefühl für einen Charakter – und BÄM! Plötzlich wird er einfach … gefressen. So geschehen mit dem großen Hecht. Während der kleine Fisch, der ja noch „zu klein“ ist, ins Wasser zurückgeworfen wird, endet der „tolle Hecht“ im Magen der Bären. Ja, richtig gelesen.
Und genau hier hakte es bei uns. Klar, Natur und so, Kreislauf des Lebens – aber in einem Kinderbuch? Ohne Vorwarnung? Das fühlte sich einfach irgendwie falsch an. Und die eigentliche Botschaft des Buches („Trau dich, du schaffst das schon!“) geht dadurch komplett unter. Statt gestärktem Selbstbewusstsein bleibt am Ende nur ein seltsames Gefühl zurück.
Fazit: Hübsch, aber …
Rein optisch wunderschön, inhaltlich aber leider enttäuschend. So ein toller Hecht hatte viel Potenzial, aber am Ende fühlte es sich einfach nicht rund an. Vielleicht eine Geschichte mit einer wichtigen Lektion – aber ob die wirklich kindgerecht verpackt wurde? Da sind wir uns nicht so sicher.
Schade, aber dieses Buch hat uns leider nicht überzeugt.